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Neu im KUB: Ausgestopfte Hunde und tote Frauen

Bregenz - Der Tod ist das große Thema der von 2. Februar bis 24. März 2008 dauernden Ausstellung des italienischen Künstlers Maurizio Cattelan im Kunsthaus Bregenz (KUB).    | Kurator erläutert Ausstellung 

Der 1960 in Padua geborene Künstler bezog erstmals eine ganze Architektur als Teil seines Werks ein, für das KUB entstanden vier speziell für Bregenz geschaffene Werkgruppen.

Für das Erdgeschoß ließ Cattelan ein faschistisches italienisches Poster, das ein brennendes London zeigte, umarbeiten. Unter einer Hand mit nach unten gestrecktem Daumen geht im KUB nun Bregenz in Rauch auf. Aus unzähligen Postkarten der Stadt formte Cattelan eine Silhouette der Stadt, die er in Schutt und Asche legen ließ. Im ersten Stock beschützen zwei ausgestopfte Labrador-Hunde, gleichermaßen Familien- und Wachhunde am Eingang des Totenreichs, das neue Leben in Form eines ebenfalls ausgestopften Kükens.

Das darüberliegende Geschoß wurde von Cattelan mit neun in Reih und Glied liegenden Leichensäcken aus weißem Marmor zur Totenhalle umgestaltet. Beklemmend mutet auch das nächste Werk Cattelans für Bregenz an: Im Stiegenhaus zum nächsten Stock zitierte Cattelan die Kreuzigung. Am Ende der Treppe hängt eine leichtbekleidete Frauenfigur im Türrahmen, offensichtlich tot.

Im Werk des Künstlers, der seit 1993 wechselweise in Mailand und New York lebt, herrscht ein tragisch-komischer Grundton vor. Die in Bregenz gezeigten Werke sind ebenfalls nur auf den ersten Blick harmlos, rasch stellt sich beim Betrachter Beklemmung ein. Cattelan spielt in seinem Schaffen gerne mit den Ritualen des Kunstbetriebs, er arbeitet mit sozialen und politischen Brüchen sowie mit auf die Spitze getriebenen Widersprüchen und Tabus, etwa dem Tod. Der Besucher oszilliert zwischen Betroffenheit, Irritation und ironischer Betrachtung. Umstritten war etwa seine Arbeit “La Nona Ora” (1999), die einen von einem Meteoriten getroffenen Papst zeigte.

KUB-Direktor Eckehard Schneider betonte auf einer Pressekonferenz am Donnerstag vor allem die Bildmächtigkeit des Künstlers und verwies darauf, wie sehr sich Cattelans Werke “in die Erinnerung einfressen”. Zudem seien sie Auslöser für eigene Geschichten, die von Betrachter zu Betrachter verschieden sind. Kurator Rudolf Sagmeister bedankte sich beim Künstler, die Ausstellung sei “ein großes Zugehen Cattelans auf das Haus” und ein “großes Privileg für Bregenz”. Zur Ausstellung gehört auch eine von Cattelan selbst gestaltete Publikation. Die einzelnen DIN-A3-großen Tafeln versammeln die wichtigsten Werkgruppen des Künstlers.

“Maurizio Cattelan”, 2. Februar bis 24. März 2008, Informationen im Internet unter www.kunsthaus-bregenz.at

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