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Netzwerk „Eltern Selbsthilfe“ kümmert sich um Menschen mit Behinderung.

©VN/Hofmeister
Ludesch (VN) Anna-Sophie ist ein aufgewecktes Mädchen. Mit traumwandlerischer Sicherheit bewegt sie sich durch die Räume ihres Elternhauses und zeigt dem Besucher zielgerichtet, wo was an Spiel- und Sportmöglichkeiten im weitläufigen Garten steht.

Wären da nicht ihre großen Augen, die ins Leere blicken: Im ersten Moment würde keiner vermuten, dass die Neunjährige nichts mehr sieht. Erblindet mit viereinhalb nach einer Operation. „Sie kann gut mit der Behinderung umgehen“, erzählt ihre Mutter, Heidi Thöny.

Die aber auch froh ist, dass es eine Elternselbsthilfe für sehgeschädigte Kinder gibt. Denn: „Man kann sehr viel von einander profitieren.“

Gehör verschaffen

Derzeit sind im Netzwerk „Eltern Selbsthilfe“ fünf Gruppen von Eltern mit behinderten Kindern unter der Trägerschaft des Instituts für Sozialdienste (IfS) vereint. Auf diese Weise möchten sich die Arbeitsgemeinschaft Down-Syndrom, die Autistenhilfe Vorarlberg, die Elternselbsthilfe für sehgeschädigte Kinder, der Elternverein für Menschen mit Behinderung in Bludenz sowie die Integration Vorarlberg ein bisschen mehr Gehör in der Öffentlichkeit verschaffen.

„Außerdem geht es um eine bessere Kommunikation und Zusammenarbeit untereinander“, formuliert Netzwerkkoordinatorin Mag. Marlies Vith ein weiteres Ziel. Und man will als Ansprech- und Dialogpartner für jene zur Verfügung stehen, die politisch und gesellschaftlich Verantwortung tragen. „Man muss einfach dabei sein“, meint Heidi Thöny.

Aktive Mitarbeit

Früher dachte die dreifache Mutter auch anders. Wenn man nur sehgeschädigt sei, und das sind in ihrer Familie alle, meine man, eine solche Unterstützung nicht zu brauchen. Sie hat sich zwar schon vor Längerem der Selbsthilfe angeschlossen, war aber höchstens eine brave Mitgliedsbeitragszahlerin. Seit der Erblindung von Anna-Sophie arbeitet das Ehepaar Thöny jedoch aktiv mit. „Gemeinsam lässt sich mehr erreichen“, weiß Heidi Thöny heute. Vor allem, was die schulische Integration anlangt. Anna-Sophie beispielsweise besucht die Private Volksschule in Altach. „Wir konnten viel Montessori-Material für Blinde adaptieren“, nennt die Mutter ein Beispiel für gute Zusammenarbeit. Auch der Einkauf von Hilfsgeräten gestalte sich einfacher. „Wir wissen, wofür wir mitarbeiten“, betont Heidi Thöny.

Ein Bücherfan

Die Tochter dankt es mit kindlicher Unbekümmertheit und guten Schulleistungen. Anna-Sophie mag Trampolinspringen, Schwimmen, Legobauen und taucht mit Begeisterung in die Welt der Hörbücher ein. Sie kennt alle Harry-Potter-Bücher und mag griechische Sagen. „Sie kann eigentlich fast alles machen“, sagt die Mutter stolz.

Ab Herbst soll Anna-Sophie auch allein in die Schule fahren.

Infos bei Mag. Marlies Vith, Tel. 05523/52176 oder 0664/60884502,

E-Mail: vith.marlies@ifs.at

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