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Nesterputz bei Meister Adebar - Action über den Dächern von Rust

Anfang März ist im nordburgenländischen Rust jedes Jahr ein Frühjahrsputz der besonderen Art angesagt: Mitglieder des Storchenvereines reinigen über den Dächern der Stadt die noch unbewohnten Horste, bevor Meister Adebar aus dem Süden zurückkehrt. Bilder vom Nesterputz 

Derweilen die Männer sich in einem Korb von einem Kran nach oben hieven lassen, werden sie aufmerksam beobachtet: Ein paar “daheimgebliebene” Störche, die in Rust überwinterten, schauen sich die Arbeiten quasi aus direkter Nachbarschaft an.

Während im Vorjahr bei den Reinigungsarbeiten die Sonne lachte, zeigte sich der Himmel zum Auftakt der Aktion heute, Montagfrüh, noch dicht bewölkt. Vom Sturmtief “Emma” blieben die Störche glücklicherweise verschont, die Böen konnten ihnen nichts anhaben. Heuer werden drei neue Nester angebracht, erzählt Obmann Gerhard Amon, “etliche müssen wir renovieren”. Etwa 25 der Horste werden auch desinfiziert.

Eine besondere Herausforderung erwartet die Gruppe heuer in Mörbisch, schildert der Vereinsobmann: Dort muss ein altes Nest abgetragen werden. Sein Gewicht – schätzungsweise 500 bis 600 Kilogramm – war für den betroffenen Rauchfang bereits eine ziemliche Belastung. Die Aktion heute dauert “sicher bis es finster wird”, meint Amon. Alleine der Abbau des Nests in Mörbisch könnte ein bis zwei Arbeitsstunden in Anspruch nehmen.

Für die Störche ist der 20. März immer ein “Stichtag”, meint Erich Karassowitsch, der schon seit fast 30 Jahren bei den Reinigungsaktionen mitmacht. Um dieses Datum ist meist bereits ein Gutteil der Tiere Rust eingetroffen. Natürlich gebe es auch Nachzügler: “Die nach dem 15. April kommen, die brüten nicht mehr”, sagt Karassowitsch und fügt hinzu: “Jetzt hoffen wir halt, dass bald der Erste auftaucht.” Im Vorjahr war etwas weniger als die Hälfte der 38 Horste besetzt.

Während die Männer über den Dächern von Rust ans Werk gehen, ist ihnen die Aufmerksamkeit der Störche, die hier überwintert haben, sicher: Einer spaziert, nur wenige Meter entfernt, am Dachfirst entlang, bleibt stehen und sieht sich den Nestputz aus der Nähe an. Schließlich breitet er seine Flügel aus, hebt wieder ab und lässt sich gleich darauf am Nachbarhorst nieder.

Da kommt es auch vor, dass – kaum ist ein Nest fertig geputzt oder ein neues am Rauchfanggestell montiert – ein Storch vorbeischaut und sich “einen Schnabel voll” als Unterlage für seine eigene Behausung holt. Sogar den Ausleger des Krans, der die Männer nach oben zu den Nestern hievt, wählte sich ein Storch als Beobachtungspunkt.

In früheren Zeiten – als die Reinigung noch mit Leitern vom Dachdecker erfolgte – dauerte der Vorgang pro Nest etwa eine Dreiviertelstunde. “Und heute ist das in zehn Minuten geschehen”, schildert Karassowitsch.

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