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NEOS fordern Ausbau der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Es fehlen Betreuungsplätze
Es fehlen Betreuungsplätze ©APA/dpa
Die Coronakrise hat bei vielen Kindern und Jugendlichen zu psychischen Problemen geführt. Davor warnen immer mehr Mediziner. Die NEOS haben mit einer parlamentarischen Anfrage an den Gesundheitsminister erfragt, wie es mit den Krankenhausbetten und niedergelassenen Ärzten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie aussieht. Das Ergebnis ist ernüchternd: Es fehlen Hunderte Ärzte und Therapieplätze.

Laut der Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie bräuchte es in ganz Österreich 860 Betten und 107 niedergelassene Fachärzte, vorhanden sind aber nur 386 Betten und 30 Ärzte. In manchen Bundesländern ist nicht einmal ein Drittel der benötigten Therapieplätze und Ärzte vorhanden. In Wien müsste es 180 Betten geben, es sind aber nur 60 vorhanden, das sind sogar weniger als vor ein paar Jahren. In der ganzen Stadt gibt es nur sieben niedergelassene Ärzte mit Kassenvertrag, benötigt werden aber 22. In Niederösterreich gibt es 78 Betten und zehn Kassenärzte, benötigt werden aber 164 Betten und 20 Ärzte. Im Burgenland gibt es nicht ein einziges Bett und nicht einen einzigen Arzt. Empfohlen wären 29 Betten und vier Ärzte.

Am besten aufgestellt ist Vorarlberg mit 25 Betten (empfohlen 38) und 3,5 Kassenstellen (empfohlen fünf). In Tirol ist aktuell kein einziger Kassenarzt vorhanden, 2018 waren es noch zwei, empfohlen sind neun. Bei den Betten steht es 28 zu 73. In Salzburg sind von den empfohlenen 54 Betten 30 vorhanden, aber es gibt nur eine Kassenstelle von sieben empfohlenen. Die Steiermark hat keinen einzigen niedergelassenen Facharzt mit Kassenvertrag, empfohlen wären 15. Von den benötigten 122 Betten sind gerade einmal 57 vorhanden. In Oberösterreich sind 84 von den benötigten 144 Betten vorhanden und immerhin sieben von 18 benötigten Ärzten. Kärnten hat 24 von 56 benötigten Betten und zwei von sieben benötigten Ärzten.

NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker kritisiert gegenüber der APA diese mangelnde medizinische Versorgung. "Die Kinder- und Jugendpsychiatrie ist enorm wichtig, doch sind die Ressourcen dafür nicht da. Kein Bundesland erfüllt seine Verpflichtungen was Betten angeht, in manchen Bundesländern wurden Plätze sogar abgebaut." Die aktuelle Krise werfe ein Schlaglicht auf die Mängel in der psychischen Betreuung von Kindern und Jugendlichen. "Doch schon davor war dieser Bereich massiv unterversorgt. Der neue Gesundheitsminister und die Bundesländer müssen hier schleunigst neue Ressourcen schaffen", forderte Loacker.

(APA)

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