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Nana Mouskouri wird 70

Das wohl schönste Kompliment für Nana Mouskouri hat einmal der französische Chansonsänger Charles Aznavour gemacht: „Sie ist keine Sängerin, sie ist Musik.“

Seit rund 45 Jahren erfreut die Griechin rund um die Welt ihre Fans, singt auf Französisch, Griechisch, Englisch, Spanisch oder Deutsch. Aber bereits seit 50 Jahren tritt sie als Sängerin auf. Dieses Bühnenjubiläum feierte sie am Montagabend mit einem Konzert in der Berliner Philharmonie. Am Mittwoch, 13. Oktober feiert sie ihren 70. Geburtstag.

Zur Bühne hat sie nach eigenen Worten eine besondere Beziehung: „Mein Vater arbeitete in einem Freilichtkino, wir hatten unser Haus direkt hinter der Leinwand. Vor der Leinwand befand sich eine kleine Bühne. Auf der fühlte ich mich immer etwas komisch. Ich war nicht normal. Ich hab’ begonnen zu träumen“, erinnert sich Mouskouri. „Später, als ich schon bekannter war, hatte ich auf der Bühne immer dasselbe Gefühl wie damals auf der Kinobühne.“

Als Kind war Joanna, wie sie eigentlich heißt, nach eigener Beschreibung ein „hässliches Entlein, pummelig, schüchtern und mit einer dicken Brille“, das nur durch das Singen zu sich selbst fand. Sie absolvierte am Athener „Conservatoire Héllenique“ neun Jahre lang eine klassische Gesangsausbildung.

International beginnt ihre Karriere in den 60er Jahren in Deutschland. Ihr Schlager „Weiße Rosen aus Athen“ hält sich 1961 mehr als zwei Monate auf dem ersten Platz der deutschen Hitparade und verkauft sich in sechs Monaten mehr als 1,5 Millionen Mal. Im Februar 1962 erhält Mouskouri dafür ihre erste Goldene Schallplatte. Über 300 weitere werden folgen.

„Deutschland ist für mich wie Griechenland meine Heimat, zwei Jahre nachdem ich in Griechenland Erfolg hatte, bin ich nach Deutschland gekommen und war sofort erfolgreich.“ Darum sei sie auch sehr oft in Deutschland gewesen. „Ich hab’ hier viele Freundschaften geschlossen und habe gelernt, wie die Deutschen leben“, sagt Mouskouri.

1962 nimmt sie in New York ihr erstes amerikanisches Album „Nana in New York“ auf. 1963 gewinnt sie mit einem griechisch gesungenen Album in Frankreich den Grand Prix de l’Académie du Disque Franñais. Und 1964 unterschreibt sie einen Zehn-Jahres-Fernsehvertrag mit der BBC. Ihre Fernsehserie „Nana with guests“ läuft insgesamt 13 Jahre und macht sie zum Medienstar.

Noch im selben Jahr tourt sie zusammen mit Harry Belafonte durch Kanada und die USA. Auf dem ersten Konzert in den USA kündigt sie Belafonte mit den Worten an „Ich präsentieren Ihnen die talentierteste Sängerin der Welt“. Insgesamt geht Mouskouri vier Mal mit Belafonte auf Tournee. „Diese Tourneen mit ihm waren für mich ein gewaltiger Erfolg. Zwei Monate waren wir beim ersten Mal unterwegs. Ich sang Volkslieder meiner griechischen Heimat“, erinnert sich die Sängerin.

Nana Mouskouri hatte den internationalen Durchbruch geschafft. 1974 erhält Mouskouri über 36 Goldenen Schallplatten: 19 in Australien, 9 in Neuseeland und 12 in Europa. Trotz dieses riesen Erfolges ließ sich Mouskouri nicht verbiegen. „Als ich begann, Erfolg zu haben, wollten alle, dass ich mir die Haare blond färbe und ohne Brille singe. Aber ich bin mir treu geblieben – bis heute. Ich wollte meine Lieder verkaufen und nicht mein Aussehen“, stellt sie klar.

Von 2005 bis 2006 will sie zum letzten Mal auf Welttournee gehen. „Ich kann nicht mehr so viel reisen. Ich habe Angst, dass irgendwann mal etwas passiert. Ich möchte gern näher zu Hause bleiben und etwas anderes machen“, begründet sie Anfang September in Hamburg ihre Entscheidung. Nach dem Ende ihrer Karriere will sie junge Musiktalente fördern: „Ich möchte eine Schule in Griechenland eröffnen. Dort sollen dann Talente aus verschiedenen Ländern studieren.“ Außerdem plant die Sängerin eine Biografie. „Ich habe viele verschiedene Kulturen kennen gelernt. Ich war lange Zeit in Deutschland, in Frankreich und in England. Ich habe viel erlebt und viel zu erzählen.“ Zu Hause ist sie bereits seit 1974 in Genf, hat aber auch eine Wohnung in Paris und Athen. Seit vielen Jahren ist ihr Agent André Chapelle ihr Lebensgefährte, im Jänner 2003 hat das Paar geheiratet.

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