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Namibia: Erster Zwangsverkauf einer Farm

Das Landministerium hat nach Angaben des staatlichen Rundfunks NBC den ersten Zwangsverkauf einer Farm bekannt gegeben. Deretwa 50 Kilometer östlich der Hauptstadt Windhuk gelegenen Hof heißt Ongombo-West.

Die betroffenen Eigentümer deutscher Abstammung hätten einen Schätzwert von 9,5 Millionen Namibia-Dollar (1,2 Mio Euro) für ihre 4000 Hektar große Farm vorgelegt, aber nur 3,7 Millionen Namibia-Dollar (462.000 Euro) dafür bekommen. Auf Nachfrage wussten weder der namibische Landwirtschaftsverband noch die Eigentümer davon. Ein Berater von Landminister Jerry Ekandjo bestätigte aber auf Anfrage, dass eine Einigung stattgefunden habe.

„Wir haben vor kurzem eine Übereinkunft erzielt, doch die Verhandlungen über Detailfragen sind noch nicht abgeschlossen“, betonte Mikka Asino. Auch müsse noch ein Übergabedatum ausgehandelt werden. Im Mai 2004 hatten die ersten kommerziellen Farmer der früheren Kolonie Deutsch-Südwestafrika Briefe vom damaligen Landminister – dem heutigen Präsidenten Hifikepunye Pohamba – erhalten. Sie waren darin aufgefordert worden, ihre Farmen der Regierung zum Verkauf anzubieten.

Grundlage war ein Kabinettsbeschluss, nach der zur Beschleunigung der zu schleppend verlaufenden Landreform auch der Zwangsverkauf oder die Enteignung gegen faire Bezahlung als Maßnahme für eine gerechte Landreform eingesetzt werden könnte. Auf der Farm Ongombo-West sollen nach NBC-Informationen künftig arme schwarze Namibier angesiedelt werden. In Namibia gibt es rund 2000 deutschstämmige Farmer und insgesamt etwa 20.000 Deutschstämmige.

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