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Nahost: Gewalt vor Gipfeltreffen

Einen Tag vor dem Gipfeltreffen von Israels Regierungschef Ariel Sharon und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat neue Gewalt auf beiden Seiten für Spannungen gesorgt. Auf beiden Seiten waren Opfer zu beklagen.

Im Norden des Westjordanlandes wurde am Montagmorgen nach Angaben aus Militärkreisen ein israelischer Zivilist getötet. Die radikale Palästinenserbewegung Islamischer Jihad bekannte sich zu dem Angriff. Im Gazastreifen erschossen israelische Soldaten einen 17-jährigen Palästinenser. Israels Vize-Regierungschef Shimon Peres traf in Sharm el Sheikh den ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak.

Bei dem Angriff in der Region von Jenin im Westjordanland wurde ein weiterer Israeli leicht verletzt, wie aus Armeekreisen weiter verlautete. Der Wagen der beiden Israelis sei in einen Hinterhalt geraten. Die palästinensischen Angreifer hätten aus einem zweiten Auto heraus das Feuer auf die Israelis eröffnet und seien dann geflohen. Der Islamische Jihad erklärte dagegen, ein israelischer Zivilist und ein Soldat seien getötet worden. Am Vortag war nach Monaten relativer Ruhe ein israelischer Soldat im südlichen Gazastreifen an der Grenze zu Ägypten bei einem palästinensischen Angriff auf einen Armeeposten getötet worden.

Junger Palästinenser erschossen

An der israelischen Sperranlage entlang des Gazastreifens erschossen israelische Soldaten einen 17-jährigen Palästinenser und verletzten dessen 15-jährigen Begleiter, wie palästinensische Krankenhausmitarbeiter mitteilten. Beide Jugendlichen seien unbewaffnet gewesen und hätten offenbar die Grenze nahe dem Dorf Wadi Gaza passieren wollen, um in Israel zu arbeiten, sagten Augenzeugen. Laut Armee waren die jungen Männer jedoch in eine Sperrzone eingedrungen und hatten sich trotz Warnrufen der Soldaten israelischem Territorium genähert.

Beschuss jüdischer Siedlungen

Auch der Beschuss jüdischer Siedlungen im Gazastreifen hielt an. Seit Sonntagabend schossen Palästinenser nach Militärangaben fünf Granaten auf Siedlungen, ohne jedoch Schäden anzurichten. Der israelische Außenminister Silvan Shalom verurteilte die anti-israelischen Attacken als “äußerst schwerwiegend“.

Sharon erwarte von Abbas „deutliche Antworten“ auf die von Israel geforderte Entwaffnung der radikalen palästinensischen Gruppierungen, sagte er im Radio. Sein palästinensischer Kollege Nasser al Kidwa hatte am Samstag eine Entwaffnung vor einem Ende der israelischen „Besatzung“ ausgeschlossen.

Treffen in Jerusalem

Das Treffen mit Abbas sollte laut Militärradio am Dienstag in der Residenz Sharons in Jerusalem stattfinden. Es wäre damit das erste israelisch-palästinensische Gipfeltreffen in der von beiden Seiten als Hauptstadt beanspruchten Stadt. Im Mittelpunkt wird voraussichtlich die Koordinierung des israelischen Rückzugs aus dem Gazastreifen stehen. Im Februar hatten sich Abbas und Sharon zu einem Gipfel im ägyptischen Badeort Sharm el Sheikh getroffen und eine „Ruhephase“ vereinbart, während derer die Waffen schweigen sollten.

Abbas’ im November 2004 verstorbener Vorgänger Yassr Arafat traf sich mehrmals mit israelischen Spitzenpolitikern, aber niemals in der zwischen beiden Seiten umstrittenen Stadt Jerusalem. Die israelische Regierung betrachtet ganz Jerusalem als Israels Hauptstadt, während die Palästinenser Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines künftigen unabhängigen Staates beanspruchen.

Ägyptens Rolle

Abbas und Sharon trafen sich bereits bei früheren Gelegenheiten in Jerusalem, aber noch nicht seit Abbas’ Amtsantritt als Palästinenserpräsident im Januar. Peres beriet am Montag mit Mubarak über den israelischen Gaza-Rückzugsplan. An dem Treffen nahmen auch Ägyptens Außenminister Ahmed Abu Gheit und Sicherheitschef Omar Suleiman teil. Zuvor war Mubarak mit US-Außenministerin Condoleezza Rice zusammengetroffen. Rice hatte die besondere Bedeutung Ägyptens bei der Demokratisierung und den Reformen in der Region betont.
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