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Nahost: Blair Besuch löst Proteste aus

Begleitet von Protesten der schiitischen Hisbollah hat der britische Premierminister Tony Blair am Montag seine Nahost- Reise in Beirut fortgesetzt.

„Der Besuch von Tony Blair ist ein politischer Fehler, den man hätte vermeiden können“, sagte einer der rund 1.500 Demonstranten, die sich in der Innenstadt versammelt hatten. Die zwei zur Hisbollah gehörenden libanesischen Minister erklärten, sie hätten sich geweigert, an einem Treffen mit Blair teilzunehmen, „der die israelische Regierung bei ihren Massakern unterstützt hat“.

Blair, der sich zuvor bei einem Besuch in Israel und in den Palästinenser-Gebieten optimistisch über eine Wiederbelebung des Nahost-Friedensprozesses geäußert hatte, wurde von Regierungschef Fouad Siniora am Flughafen der Hauptstadt Beirut empfangen. Das geistliche Oberhaupt der libanesischen Schiiten, Scheich Mohammed Hussein Fadhlallah, hatte Siniora am Vorabend aufgefordert, Blair im Libanon zur „unerwünschten Person“ zu erklären.

„Danke für die Lieferung der intelligenten Bomben, Blair“, hieß es auf Transparenten auf der Demonstration in Beirut, die die Hisbollah und ihre pro-syrischen Verbündeten organisierten. Während des 34-tägigen Krieges hatten US-Flugzeuge mit Bomben für Israel in Schottland getankt. „Ich stehe hier, weil Blair der Mörder libanesischer Kinder ist“, sagte der 19-jährige Student Ibad Malak bei der Demonstration. In dem Krieg waren auf libanesischer Seite etwa 1.200 Menschen ums Leben gekommen, die meisten davon Zivilisten. 157 Israelis wurden getötet, darunter vor allem Soldaten.

Soldaten, Bereitschaftspolizisten und Stacheldraht-Sperren hielten die Demonstranten auf Distanz zu dem Regierungsgebäude im Stadtzentrum, in dem Blair mit Premier Siniora zusammentraf. Dabei erörterten sie die Lage seit Beginn des Waffenstillstands zwischen Israel und der Hisbollah am 14. August sowie den britischen Beitrag zum Wiederaufbau des Landes.

Geplant war ursprünglich auch ein Treffen mit dem Hisbollah-nahen Parlamentspräsidenten Nabih Berri. Einer seiner Berater erklärte jedoch, Berri habe am Samstag wegen eines privaten Besuchs das Land verlassen. Der Mitarbeiter wollte nicht sagen, ob der Politiker Blair bewusst versetzt hat. Die Reise sei aber schon früher geplant gewesen.

Dem Vernehmen nach wird Blair auch nicht – wie zuvor UN-Generalsekretär Kofi Annan – die südlichen Vororte von Beirut besuchen. Die Schiiten- Vororte, in denen die pro-iranische Hisbollah viele Anhänger hat, waren von der israelischen Luftwaffe während des 33-tägigen Krieges stark zerstört worden. Am Wochenende hatte Blair Israel und die Palästinenser-Gebiete besucht.

Beobachtern zufolge will Blair mit der Reise auch der Kritik an seiner US-freundlichen Haltung im Libanon-Krieg begegnen. Blair hat nicht zuletzt auch wegen seiner USA-konformen Politik inzwischen weitgehend den Rückhalt in seiner eigenen Labour-Partei verloren. Jetzt sei er besonders um seine historische Rolle in der Region bemüht, nachdem er vergangene Woche unter Labour-Druck seinen Rücktritt innerhalb eines Jahres angekündigt hatte, schätzen Beobachter.

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