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Nachruf: Rosa Russ (1924–2017) - „VN waren wichtiger Teil meines Lebens“

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Bleibendes und großes Vorbild – Erfolgreicher Kampf um die Bewahrung der Eigenständigkeit der VN.
Zur Todesanzeige von Rosa Russ

„Die Vorarlberger Nachrichten waren und sind ein wichtiger Teil meines Lebens.“ Das waren oftmals die Worte von Rosa Russ, die am Donnerstag, 20. Juli, im Alter von 93 Jahren verstorben ist. Sie hinterlässt ein stolzes Lebenswerk und war, ist und bleibt sowohl als Mutter als auch als Unternehmerin immer ein großes Vorbild.

Rosa Russ zeichnete die seltene Kombination von klarer Zielstrebigkeit und Geduld aus. Ihr prägender Leitspruch, der sie ihr ganzes Leben lang begleitete, lautet: „Alles mit Anstand erwarten“. Und die Ziele erreichte sie stets.

Eugen A. Russ, Geschäftsführer und Eigentümer von Russmedia: „Meine Mama vollbrachte sowohl als unsere Mutter wie auch als geforderte Unternehmerin Spitzenleistungen. Ich bewundere ihr Lebenswerk in Dankbarkeit zutiefst.“

Stolzes Lebenswerk

Und VN-Chefredakteur Gerold Riedmann ergänzt: „Der VN-Redaktion in wirtschaftlich wie persönlich unwägbaren Zeiten journalistischen Freiraum und Unabhängigkeit zu verschaffen, ist Rosa Russ’ Lebenswerk. Sie war, ist und bleibt als Vorbild in unserer Mitte.“

Die Verstorbene wurde am 2. Mai 1924 auf dem Gutshof Rupp von Josef und Rosa Rupp in Lochau geboren. Dort konnte sie trotz der politisch turbulenten Zeit zwischen den beiden Weltkriegen zusammen mit ihren sechs Geschwistern schöne Kindheits- und Jugendjahre erleben. Ihre Schulausbildung absolvierte sie in Loch­au und in einem Internat in Lugano. Später war sie im elterlichen Betrieb mit den Milchabrechnungen der Sennereien beschäftigt.

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Heirat im Jahr 1946

Ihre enge persönliche Verbindung zu den VN reicht bis in das Jahr 1946 zurück. Am 24. Mai heiratete sie damals den Herausgeber und Chefredakteur der Vorarlberger Nachrichten, DDr. Toni Russ. In den Jahren 1947 bis 1961 gingen aus dieser Ehe fünf Kinder mit 28 direkten Nachfahren hervor.

Darauf folgten hektische Jahre des unermüdlichen Aufbaus der Vorarlberger Nachrichten. In diese Zeit fiel 1964 auch die „Fußach-Affäre“, in der die VN engagiert gegen den Zentralismus auftraten. Es war dies der erste große Erfolg einer Bürgerbewegung in Österreich, noch lange vor Zwentendorf.

Fußach war aber nicht nur der Beginn der bis heute dauernden Föderalismusdiskussion in Österreich, sondern brachte auch den Durchbruch der VN zur führenden Zeitung in Vorarlberg.

Geforderte Unternehmerin

Im Jahre 1969, im Alter von 45 Jahren, wurde Rosa Russ nach dem plötzlichen Tod ihres Ehemannes Witwe mit fünf Kindern. Vier davon waren noch minderjährig. Zugleich erhielt sie auch die Vormundschaft für die Mehrheitsanteile des Unternehmens.

Als nunmehrige Schirmherrin über die Firma Russ kämpfte sie ebenso engagiert für die Unabhängigkeit der Zeitung, als es um die Vormundschaft ging und Einflussnahmen von außen auf die Redaktion der VN versucht wurden, wie sie als Ansprechpartnerin stets ein offenes Ohr für die vielfältigen Anliegen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens hatte.

In ihrem unermüdlichen und harten, aber letztlich erfolgreichen Kampf um die Eigenständigkeit der VN hatte sie in dem 1988 verstorbenen Chefredakteur Dr. Franz Ortner einen wichtigen Mitstreiter und Weggefährten.

Bis 1981, als Eugen A. Russ die Geschicke des Unternehmens übernahm, hatte Rosa Russ in dieser schwierigen Zeit mit den Eigentümern alle entscheidenden Weichenstellungen getragen.

Russ-Preisträger-Familie

Ein ganz besonderes Anliegen war Rosa Russ auch stets die große Familie der Toni-Russ-Preisträger. Mit diesem renommierten Preis werden seit 1970 bis heute jedes Jahr zum Gedenken an ihren 1969 verstorbenen Mann „außerordentliche und vorbildliche Leistungen in und für Vorarlberg zum Wohle der Mitmenschen in allen Lebensbereichen“ gewürdigt.

Seit 1954 findet bis heute alljährlich die Eugen-Russ-Ausfahrt statt, die Rosa Russ ohne Unterbrechung über 60 Jahre begleitet hat. Mit dieser sozialen Privatinitiative soll älteren und pflegebedürftigen Mitbürgern einmal im Jahr ein Tag der Abwechslung in ihrem Heimalltag geboten werden.

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