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Nachhaltigkeit kein Modetrend

Hans Joachim Reinke hat geradezu beispielhaft Karriere gemacht.
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Nach der Ausbildung zum Bankkaufmann und dem Diplom als Bankbetriebswirt arbeitete er zunächst bei der Volksbank Wachtberg als Leiter der Vermögensberatung bevor er 1991 zu Union Investment wechselte. Dort ist er seit 2004 Vorstandsmitglied und seit 2010 Vorstandsvorsitzender der gesamten Gruppe, die heute rund 350 Milliarden Euro an Kundenvermögen betreut - ein neuer Höchststand in der Geschichte der Fondsgesellschaft.

Ein schöner Erfolg für Reinke, der im Haus auf nun 28 Dienstjahre zurückblickt. Darunter waren auch einmal schwierige Zeiten. Einer der schwärzesten Tage für den bekennenden Fußballfan waren dabei jene im vierten Quartal 2008. „In vier Wochen haben wir rund 30 Milliarden an Kundengeldern verloren. Kunden haben uns aufgrund der Finanzkrise das Vertrauen entzogen.“ Davon hat sich die Union Investment sehr gut erholt. Allerdings stehe die Branche vor großen Veränderungen.

Zinseszinseffekt ist tot

„Die Vermögensverwaltungsbranche steht an einer Weggabelung. Die Herausforderungen werden größer. Die Volatilität ebenfalls. Deutschland hat eine reiche Bevölkerung, aber der Zinseszinseffekt ist tot und auf Bundesanleihen gibt es kaum Rendite“, sagt Reinke. Die privaten Haushalte hätten also in den vergangenen Jahren massive Zinseinbußen zu verkraften gehabt. Und das werde auch so bleiben. Denn die Niedrigzinsphase sieht Reinke nicht als rein temporäres Erlebnis. Zudem bringe die Geopolitik völlig neue Faktoren mit sich. „Die USA ist im elften Wachstumsjahr. Aber das aktuelle Störfeuer der Geopolitik, der Handelsstreit mit China, könnte das beenden“, ist Reinke überzeugt. Eine Rezession sehe er aber nicht. Auch Deutschland sei im dritten Quartal mit einem Wachstum von 0,1 Prozent einer Rezession entgangen, gestützt vor allem durch den starken Konsum der privaten Haushalte.

Kein Land der Aktionäre

Wie macht man nun aber die Menschen zu Aktienfans? Denn weder Österreich noch Deutschland gelten als Land der Aktionäre. Aber der jetzigen Situation, wo es keine Zinsen mehr auf klassische Sparprodukte gibt, ändere sich das. Anleger würden sich mehr Gedanken dazu machen. „Wir merken das nicht an den Einmaleinlagen, sondern an den Fondssparplänen mit monatlichen Beträgen. In Deutschland haben wir dadurch 288.000, in Österreich 18.000 neue Kunden gewonnen“, betont Reinke. Diese Kunden seien im Schnitt zehn Jahre jünger und seien zu 95 Prozent in Aktien oder Mischfonds investiert. „Es gelingt uns also schrittweise.

Beim Thema Nachhaltigkeitsfonds sei Österreich indes Vorreiter. „Hier ist es bei privaten Anlegern schon länger ein Thema. In Deutschland eigentlich erst seit 2019. Zuvor lag das Thema hauptsächlich bei institutionellen Investoren.“ Heute seien von den 350 Milliarden an Kundenvermögen bereits 50 Milliarden in nachhaltigen Anlageprodukten. „Nachhaltigkeit ist kein Modetrend“, verdeutlicht Reinke. Denn Anleger hätten dadurch zwei Vorteile. Eine entsprechende Rendite und weniger Risiko.

Kriterien fehlen

Allerdings würden einheitliche Kriterien fehlen, inwieweit ein Unternehmen der Nachhaltigkeit Rechnung trägt. „Aber das wird kommen“, ist Reinke überzeugt. Genauso würden Aktionäre - wie in anderen Ländern bereits üblich - eine aktivere Rolle einnehmen. Union Investment tut das bereits. Jährlich werden Gespräche mit 1000 Unternehmern geführt.

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