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Nach mageren Jahren gute Aussichten für den Himbeerhof

Ludwig Geiger-Vogel hat jetzt frischen Montforter Spargel.
Ludwig Geiger-Vogel hat jetzt frischen Montforter Spargel. ©Edith Rhomberg
 Der Beitritt Österreichs zur EU bescherte Ludwig Geiger-Vogel ein neues Modell für die Vermarktung.
Himbeerhof

 

Dornbirn. Es ist die Saison des Spargels auf dem Himbeerhof, wo jetzt die begehrten Stangen von sechs Saisonarbeitern täglich von früh bis spät gestochen werden. „Dass wir diese fleißigen Leute aus Rumänien während acht Wochen bei uns auf dem Hof haben, ist ein Segen“, sagt ihr Arbeitgeber Ludwig Geiger-Vogel, 62. Auf den Feldern rund um den Himbeerhof, der idyllisch in der Region zwischen Allgäu und Bodensee liegt, hat der Montforter Spargel optimale Bedingungen für das gute Wachstum. Von dort kommt er zweimal wöchentlich frisch auf den Marktstand in Dornbirn. Ziemlich lang hat die Familie danach gesucht und ausprobiert, was die beste Grundlage für ein Leben auf dem gepachteten Hof sein könnte. Weil größere Investitionen für den Anbau von Hopfen am Anfang nicht drin lagen, gingen erst einmal zehn Jahre ins Land mit dem Anbau von Himbeeren zum Selberpflücken. Der Himbeerbauer erinnert sich an die mühevolle Zeit für kleine Landwirtschaftsbetriebe. „In den Siebziger-Jahren war man der Meinung, dass der Wochenmarkt ausstirbt. Die Menschen waren fortschrittsgläubig und gaben mehr und mehr dem Einkauf im Supermarkt den Vorzug“, gibt der gut gelaunte Mann im kurzen Rückblick zu bedenken.

Rückblickend ist auch klar, dass Ludwig Geigers Weg als Bauer vorgezeichnet war. Nach der landwirtschaftlichen Ausbildung verbrachte er zwei Jahre in Ecuador. Den Entwicklungsdienst, wie das genannt wurde, zog er der Bundeswehr vor. Die jungen deutschen Fachkräfte sollten die Bauern beim Anbau von Aprikosen und Äpfeln in den Anden beraten, wo die Obstbäume auf 2.500 bis 3.000 Metern Höhe wachsen. Neben Spanisch lernte er im Land am Äquator ohne Jahreszeiten und der immer gleichen Tages- und Nachtzeit von zwölf Stunden auch viel vom einfachen Leben der Bevölkerung, an das er gern zurückdenkt. „Der Mais braucht dort elf Monate“, fällt ihm so beiläufig während des Erzählens ein.

Er erzählt auch von den neuen Perspektiven, die sich nach eher mageren Jahren für den zweifachen Vater und seine Frau Sonja Vogel auftaten, als die EU ins Spiel kam und die Bodenseeregion vereinte. Das erfolgreiche Geschäftsmodell bescherte dem Himbeerhof der Beitritt Österreichs zur Europäischen Union am 1. Jänner 1995. Die Idee der Direktvermarktung auf den Vorarlberger Wochenmärkten war geboren. „Seither läuft das Geschäft und der Anbau von Spargel, Himbeeren, Kirschen, Zwetschken, Holunder und Aprikosen lohnt sich“, sagt Ludwig Geiger-Vogel lächelnd, während er in einen saftigen Apfel beißt. Für den Anbau von Äpfeln und Erdbeeren hat er ein Netzwerk mit Bauern aus der Region aufgebaut, für die er und seine Verkaufsleiterin seit 21 Jahren, Irene Hartmann aus Sulzberg-Thal, den Verkauf auf dem Marktstand mit übernehmen.

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