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Nach "Lehrgang" auf Beutezug im Ländle

Schwarzach - Die Vorarlberger Polizei kämpft derzeit an allen Fronten gegen ihr massivstes Problem: reisende ausländische Einbrecherbanden, die wie die Heuschrecken ins Ländle einfallen.

Erst in dieser Woche wurde wieder eine Bande verhaftet – auf frischer Tat. Die Polizei ist derzeit in dem aktuellen Fall noch am Ermitteln. „Die gestiegene Zahl von Einbrüchen durch diese Art der Täterschaft ist eines unser dringlichsten Themen, das wir derzeit in der täglichen Polizeiarbeit absolut in den Vordergrund stellen“, so Sicherheitsdirektor Elmar Marent im „VN“-Gespräch.

Auch die aktuelle Kriminalitätsstatistik verheißt erneut nichts Gutes: die Gesamtkriminalität ist um sieben Prozent im Monat September gestiegen – bis zum Jahresende wird sich die Zahl der Einbrüche der 3000 er Marke nähern und ist damit wieder in Richtung der traurigen Rekorde von 3500 Delikten von vor einigen Jahren unterwegs.

Fast wöchentlich klicken zur Zeit die Handschellen, meist sind es osteuropäische Banden, die in ihren Heimatländern rekrutiert werden, dann nach Wien oder in andere Städte geschleust werden und dort eine Art „Lehrgang“ zum Einbrecher absolvieren. Anschließend geht es auf Einbruchstour durch Österreich. „Man kann dann anhand der Spuren und der Art der Tatbegehung die Reiseroute der Täter nachverfolgen“, so Marent.

Eine der größten Serien in Vorarlberg in den letzten Wochen wurde von sechs Moldawiern verübt. 32 Einbrüche in ganz Vorarlberg gehen auf ihr Konto. Drei der Täter wurden im Nachtzug nach Wien verhaftet als sie sich absetzen wollten. Der berüchtigte Fensterbohrer, der in ganz Österreich Häuser plünderte, schlug Ende Juni und Anfang Juli zehnmal in Bregenz zu, der Bosnier wurde schließlich in Tirol verhaftet.

Die Polizei passt ihre Taktik dem Kriminalitätstourismus an. „Daran, dass diese Leute nach Österreich kommen, können wir nichts ändern. Wir können nur versuchen, ihnen das Geschäft in Vorarlberg so gut es geht zu verderben“, ist der Sicherheitsdirektor realistisch. Aus diesem Grund sollen Verdächtige erst gar nicht im Ländle aktiv werden können. Die Autobahnen werden stärker überwacht, Autos mit osteuropäischen Kennzeichen werden Kontrollen unterzogen.

So konnte man im August die andere Hälfte des Moldawier-Sextetts verhaften. Im Kofferraum des Autos fand sich jede Menge Einbruchswerkzeug.

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