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Nach Festnahme in Wien: Bregenzer Student in psychiatrischer Betreuung

Wien - Ein Bregenzer Student wurde Anfang Oktober in Wien von Polizisten verhaftet. Dabei wurde er laut eigenen Aussagen so schwer misshandelt, dass er noch immer darunter leidet. Neben anhaltenden Schmerzen im linken Arm befindet sich der junge Mann seit den Geschehnissen in psychiatrischer Behandlung.
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Polizei prüft Vorwürfe
Misshandlungsvorwürfe gegen Wiener Polizisten

“Seit diesem Vorfall leide ich an massiven Schlafstörungen und Albträumen, sodass es sogar meiner Partnerin inzwischen unmöglich ist bei oder neben mir zu schlafen, weil ich so oft und vor allem vehement hochschrecke und laut werde”, teilt Jeremy-James P. VOL.AT mit. Der 33-jährige Bregenzer liegt wegen dem Stress und den Belastungen der letzten Wochen seit einer Woche krank im Bett: “Dadurch konnte ich auch den Termin für die Abschlusspräsentation meines zweiten Studiums in dieser Zeit nicht wahrnehmen. Dazu habe ich schon knapp 10 Kilogramm an Gewicht verloren.”

Physiotherapie wegen Verletzung

Die Geschehnisse zehren aber nicht nur an der Psyche von P., sondern auch an seinem Körper: “Mein Arzt hat mir wegen meiner Verletzung am linken Arm eine Physiotherapie verordnet. Zehn Termine sollte ich wahrnehmen.” Die von ihm eingebrachte Maßnahmenbeschwerde wird derweil geprüft, der junge Mann hat sich aber schon gut auf eine mögliche Verhandlung eingestellt. Zusätzlich zu meinen zwei Freunden, die damals dabei waren, habe ich vier unabhängige Zeugen ausfindig machen können. Die Ermittlungen in diesem Verfahren seien soweit im Gange und zurzeit dürften Zeugen ebenso wie beteiligte Beamte einvernommen werden.

Anklage statt Entschuldigung

Jeremy-James P. wartet bis heute auf eine Entschuldigung der betreffenden Polizisten: “Dafür habe ich erstens eine Verwaltungsstrafe, und zweitens eine Gegenanzeige wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und schwerer Körperverletzung. Die drei ersteinschreitenden Beamten haben wohl zu ihrer Verteidigung angegeben, dass die Situation eskaliert sei, weil ich einen von ihnen von hinten angesprungen sei und dabei auch verletzt hätte (Kratzer). Eine unglaubliche Unterstellung, die glücklicherweise von allen bekannten Zeugen widerlegt werden kann, aber gegen die ich mich trotzdem, wahrscheinlich auch vor Gericht, wehren werde müssen.”

Keine Aussage bei internen Ermittlungen

Deshalb muss der 33-Jährige aber kommenden Montag als Beschuldigter aussagen: “Ich habe mit meinem Anwalt aber schon vereinbart, dass ich neben den notwendigen persönlichen Angaben nichts zu Protokoll geben werde. Einerseits da weder ich noch mein Anwalt mich als Beschuldigten sehen. Andererseits um den beteiligten Polizisten die Möglichkeit zu nehmen ihre Aussagen an meine anzupassen. In der Maßnahmenbeschwerde ist sie ihnen nämlich nicht zugänglich.” Aus diesem Grund hat der Student auch im internen Ermittlungsverfahren nicht ausgesagt. Er spekuliert darauf, dass die beteiligten Polizisten ohne Absicherung womöglich mit einer Falschaussage vor Gericht stehen: “Die Konsequenzen aus diesem Vorfall würden dann noch weitreichender werden.”

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