Nach Bluttat in Anstalt eingewiesen

Wien - Ein 38-jähriger Vorarlberger, der im vergangenen Mai in Wien-Leopoldstadt seine Freundin erstochen und zersägt hat, ist am Dienstag im Straflandesgericht als zum Tatzeitpunkt zurechnungsunfähig eingestuft und für unbefristete Zeit in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen worden.
Vorbericht: "Vorarlberger zerstückelt Freundin"

Die Geschworenen gingen davon aus, dass er die Bluttat unter dem Einfluss seiner chronisch paranoiden Schizophrenie begangen hat und damit ein Schuldausschließungsgrund gegeben war. Die Entscheidung ist rechtskräftig.

“Ich bin Gott”

Der Unterbringungsantrag der Staatsanwaltschaft stützte sich auf ein psychiatrisches Gutachten, demzufolge der Täter nicht schuldfähig war. Folglich konnte ihm das Verbrechen nicht als Mord angelastet werden.

„Ich habe die starke Vorstellung gehabt, ich bin Gott. Sie war Luzifer. Sie muss getötet werden. Sie war das Böse”, hatte der 38-Jährige den Geschworenen erklärt.

Der gebürtige Vorarlberger, der seit etwa zehn Jahren in Wien lebt, hatte die um 18 Jahre ältere Frau 2004 kennengelernt. Er zog bei ihr ein, seit 2006 soll es zu Tätlichkeiten gekommen sein, weil sie unter anderem mit seinen religiösen Vorstellungen – er gehörte der Hare Krishna-Bewegung an – nicht konformging.

Möglich, dass auch sein psychisches Befinden Probleme schaffte. Fünfmal wurde der Mann im Otto-Wagner-Spital stationär behandelt. Zuletzt bekam er Medikamente verschrieben und wurde nach Hause geschickt. Die Tabletten nahm er am Ende aber nicht mehr. „Ich habe gedacht, ich bin gesund und habe es überwunden”, berichtete der 38-Jährige dem Schwurgericht.

Mehrmals zugestochen

Vermutlich am 22. Mai kam es dann zu der Bluttat. Seine Freundin habe ihn „angeschrien”, erzählte der augenscheinlich nicht gesund wirkende Mann: „Ich bin schnurstracks in die Küche gerannt und habe mehrmals zugestochen. Sie hat gesagt, dass sie blutet und einen Rettungswagen braucht. Da habe ich noch mehr zugestochen. Vier, fünf Mal. Dann war sie tot.” Anschließend hat der 38-jährige sein Opfer mit einem Fuchsschwanz zersägt. Die Leichenteile gab der Mann in Müllsäcke, die er in einem Container entsorgte.

Das Verbrechen wurde erst nach einiger Zeit entdeckt, als der Sohn der Frau Abgängigkeitsanzeige erstattete. Der Müllcontainer war zu diesem Zeitpunkt längst geleert worden. Die sterblichen Überreste der Frau tauchten nie mehr auf.

Auf die Frage, wie er nun zu dem Geschehenen stehe, erwiderte der 38-Jährige: „Es war völliger Wahnsinn. Das alles tut mir leid. Es tut mir von Herzen leid. Wir haben ein sehr schönes Leben miteinander gehabt.”

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