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Mysterium um roten Alpsee gelöst

Appenzell/CH - Der Schweizer Seealpsee färbte sich im Juli blutrot und sorgte damit für großes Aufsehen. Die Wissenschaft stand vor einem Rätsel. Nur in einem italienischen Alpsee wurde etwas Vergleichbares beobachtet.

Die Behörden im Schweizer Kanton Appenzell-Innerrhoden konnten sich das rote Wasser des Seealpsees nicht erklären. Das Wasser des Sees war plötzlich blutrot und wurde unverzüglich von der Trinkwasserversorgung abgehängt. Jetzt gibt die Wissenschaft Entwarnung: Es handelt sich um eine zwar ungewöhnliche aber ungefährliche Algenblüte. Das bestätigt Daniel Dietrich vom Institut für Human und Umwelttoxikologie der Universität Konstanz, gegenüber VOL Live. Eine Arbeitsgruppe um Dietrich analysierte das mysteriöse blutrote Wasser. Das Phänomen der Rotfärbung war bereits aus dem Lago di Tovel in Trentiner Alpen in Norditalien bekannt. In der Schweiz wurde die Algenblüte zum ersten Mal beobachtet. Die biologische Analyse ergab, dass die ungefährliche Algenart Dinoflagellat Tovellia sanguinea Ursache des Phänomens ist.

Entwarnung für den Seealpsee

Ersten Meldungen zufolge, dass die Algenblüte durch Nährstoffe aus der Landwirtschaft verursacht wurde, kann Dietrich nicht bestätigen: „Genau das Gegenteil ist der Fall. Zum einen hat es rund um den Lago di Tovel nie Landwirtschaft gegeben und zum anderen wissen wir, dass diese Algenart nur in nährstoffarmen Bergseen vorkommt. Es ist viel mehr so, dass in den See weniger Nährstoffe gelangen, was ein möglicher Grund für die Algenblüte ist.“ Die genauen Bedingungen, die zum blutroten See geführt haben, bleiben jedoch weiterhin unklar. „Die großen Temperaturunterschiede in diesem Sommer sind ein möglicher Grund“, vermutet Dietrich.

Blutrote Bergseen auch im Ländle möglich

Wie die Algen in den Schweizer Seealpsee gelangt sind, bleibt ebenfalls unklar. „Es ist möglich, dass die Algen immer schon im See waren, oder sie von Vögeln eingeschleppt wurden“, erklärt Dietrich. Vielleicht seien die Bedingungen für eine massenhafte Blüte nie so gut gewesen, dass die rote Färbung aufgefallen wäre. Es sei also gut möglich, dass auch ein Vorarlberger Bergsee plötzlich blutrot wird. Der Tourismus wäre damit auf jeden Fall um eine Attraktion reicher.

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