Muttersbergbahn kürzt Fahrbetrieb

Bludenz - Seit dieser Woche hat die Muttersbergbahn ihren Betrieb massiv eingeschränkt. Bis April fährt die Bahn aus wirtschaftlichen Gründen nur noch von Mittwoch bis Sonntag.  Veranstaltungen

„Die Zahlen müssen einfach passen“, sagt Nova-Vorstand Heinrich Sandrell.

Saisonkarten-Preise

Wie bereits exklusiv berichtet, hat sich die Silvretta Nova Gruppe rund um Walter Klaus aus rein wirtschaftlichen Gründen für diese verkürzte Einsatzzeit entschieden. Dass sich die Bahn nicht rentiert, oder gar ein Flop ist, weist Sandrell im „VN“-Gespräch massiv zurück. „Ganz im Gegenteil. Die Muttersbergbahn hat bis dato 700.000 Gäste befördert. Alleine vergangenen Dezember waren es dank des milden Wetters 20.000“, so Sandrell. „Die Bahn läuft sensationell, ist allerdings einfach keine Winterbahn – in den vergangenen vier Jahren haben wir Montag und Dienstag durchschnittlich nur zehn bis 15 Personen pro Stunde befördert“, so Sandrell weiter. „Das rechnet sich leider nicht – alleine für Bahn und Gastrobetrieb sind 20 Angestellte im Einsatz.“

Deshalb habe man sich für den eingeschränkten Betrieb (Mittwoch bis Sonntag von 9.30 bis 17 Uhr) entschieden. Trotz des Wegfalls zweier Tage werden die Preise für die Saisonkarte allerdings nicht gesenkt. „Da vor allem Senioren betroffen sind, welche mit ihren Karten früher nur von Montag bis Freitag fahren konnten, haben wir uns entschlossen, dass diese Karten jetzt auch über das Wochenende gelten“, sagt der Nova-Vorstand. Die beiden Standortbürgermeister Mandi Katzenmayer (Bludenz) und Peter Neier (Nüziders) – ihre Gemeinden haben die Bahn mit rund 35 Millionen Schilling subventioniert – waren über die Ankündigung der Nova wenig erfreut.

„Gespräche stehen an“

In Gesprächen haben die Gemeindechefs um eine bessere Lösung gerungen. „Wir verstehen die Bürgermeister“, sagt Sandrell. „Aber es nützt nichts. Wir können uns einen reinen Lufttransport nicht leisten.“ Für Neier ist die Entscheidung noch nicht endgültig. „Es stehen noch Gespräche mit Walter Klaus an.“

Der Montafoner Unternehmer hat sich Ende 2001, Anfang 2002 der alten Muttersbergseilbahn angenommen. Er wollte aus der damals lahmenden Bahn wieder ein florierendes Geschäft machen und hat noch in Schilling über 100 Millionen in die neue Bahn und den Alpengasthof investiert.

Ab April Normal-Betrieb

Knapp zwei Jahre nach der Innbetriebnahme (Mai 2003) wurde im März 2005 schon der 500.000 Fahrgast begrüßt. Eine Erfolgsgeschichte zeichnete sich für den Hausberg von Bludenz und Nüziders ab. Welche durch den eingeschränkten Bahnbetrieb jetzt jäh gebremst wurde. Sandrell verspricht aber, dass die Bahn spätestens ab April wieder durchgehend fahren wird. „Schließlich bietet der Muttersberg von Frühling bis Herbst eine der schönsten Berggegenden des Landes.”


Presseaussendung der Grüne Vorarlberg

Offene Liste Bludenz

Muttersberg-Seilbahn: Ganzjährige, tägliche Betriebspflicht ist Teil des Vertrags

OLB fordert die Bürgermeister auf, die Interessen der BürgerInnen zu vertreten

„Gemäß dem Rahmenvertrag vom April 2002 besteht für die Muttersbergbahn und für das Restaurant eine ganzjährige, tägliche Betriebspflicht. Dazu hat sich die Silvretta Nova verpflichtet. Warum sollte diese Vereinbarung nach vierjährigem Betrieb plötzlich nicht mehr gültig sein?“ fragt Landtagsabgeordnete Mag. Karin Fritz.

„Es geht hier nicht nur um den berechtigten Ärger der BenutzerInnen und SaisonkarteninhaberInnen, die gleich viel zahlen wie bisher, aber um vieles weniger Leistung bekommen“ argumentiert die Stadtvertreterin der Offenen Liste Bludenz.

„Schon bei Vertragsabschluss war klar, dass sich diese Seilbahn, die zugleich eine Nahverkehrseinrichtung ist, in der Wintersaison nicht rechnet. Aus diesem Grund haben ja die Gemeinden Bludenz und Nüziders der Silvretta Nova Beihilfen in der Höhe von ATS 35 Millionen bezahlt sowie zusätzlich eine Reihe von Grundflächen übergeben. Nun soll diese Nahverkehrseinrichtung plötzlich an zwei Tagen pro Woche geschlossen sein!“ verweist Karin Fritz auf die Sachlage.

„Wird das nun von der Stadt Bludenz und der Gemeinde Nüziders, die ja im Interesse der Bevölkerung handeln müssen, einfach hingenommen? Ich fordere die Bürgermeister auf, aktiv zu werden und notfalls auch die rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen“ so Abgeordnete Fritz abschließend. Abgeordnete zum Vorarlberger Landtag

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