Mutmaßlicher Vergewaltiger in Innsbrucker Kinderstation untergebracht

Die Unterbringung eines mutmaßlichen Verbrechers auf der Kinderstation der Innsbrucker Klinik hat am Dienstag in Tirol für Aufregung gesorgt. Bei dem Patienten handelte es sich um einen der vier Verdächtigen, die eine 17-jährige Innsbruckerin vergewaltigt haben sollen.

Er musste an der Hand operiert werden. Nach dem Eingriff sei auf der Normalstation kein Einzelzimmer mehr frei gewesen, deshalb habe man den Mann kurzfristig einen Stock tiefer in ein freies Einzelzimmer auf der Kinderstation verlegt, bestätigte ein Sprecher der Tilak gegenüber der APA.

Es habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung für die Patienten bestanden. Der Verdächtige habe sich in der Aufwachphase nach einer Operation befunden und sei außerdem am Bett fixiert und von zumindest einem Justizwachbeamten beaufsichtigt worden, gab Tilak-Sprecher Johannes Schwamberger an. Er bezeichnete die Verlegung auf die Kinderstation als “absoluten Ausnahmefall”.

Bei Patienten aus der Justizanstalt habe oberste Priorität, dass sie in einem Einzelzimmer untergebracht werden. Zu der Tatsache, dass der Verdächtige ausgerechnet auf die Kinderstation verlegt wurde, sagte Schwamberger: “Ideal war das natürlich nicht”. Der Tatverdächtige habe sich jedenfalls nur für kurze Zeit auf der Kinderstation befunden. Seit dem Vormittag befinde er sich wieder in einem Zimmer auf der Unfallchirurgie.

Als “völlig inakzeptabel” bezeichnete der Landtagsabgeordnete Hannes Rauch (V) die Unterbringung auf der Kinderstation des verdächtigen Marokkaners. “Wenn eine Verletzung oder schwere Erkrankung einen Krankenhausaufenthalt notwendig macht, soll der Verdächtige nach Krems verlegt werden, wo eine geschlossene Anstalt zur Betreuung der Häftlinge zur Verfügung steht”, sagte er.

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