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Museum der Moderne Salzburg erweitert Ausstellung zum Exil

Direktorin Sabine Breitwieser
Direktorin Sabine Breitwieser ©APA
Es seien Biografien wie Abenteuerromane. So hat Sabine Breitwieser, Direktorin des Salzburger Museums der Moderne, bei einem Pressegespräch am Freitag die Lebensläufe der sechs Künstler mit Exilhintergrund beschrieben, die in der neuen Ausstellung "Resonanz von Exil" gezeigt werden. Die Schau schließt thematisch an die letztjährige Ausstellung "Auf/Bruch" an.

Die im vergangenen Jahr gestartete Reihe zur Erforschung und Entdeckung von Künstlern mit Exilhintergrund wird damit erweitert. Ging es bei “Auf/Bruch” noch viel ums Scheitern, so ist es dieses Jahr die Resonanz. “Ursprünglich haben wir überlegt, die Ausstellung “Einfluss im Exil” zu nennen, das war uns dann aber zu imperial. Der Einfluss ist natürlich wesentlich, aber eben auch die Verarbeitung des Traumas”, sagte Breitwieser.

Als roter Faden durch die Ausstellung wurde das Medium Zeitschrift gewählt. Kuratorin Christiane Kuhlmann erklärte die Wahl wie folgt: “Wir haben uns gefragt, woran orientiert man sich im Exil zuerst? Zeitschriften bieten einen einfach Einstieg in die Thematik, die Zeitschrift ist ein leichtes Medium und die Sprache für die Geflohenen die letzte Heimat.” Tatsächlich steht man zu Beginn der Ausstellung erst einmal vor einem großen Inhaltsverzeichnis des “Aufbau Almanac. The Immigrants Handbook”, für den Albert Einstein das Vorwort schrieb. Es folgt eine Wand mit Zeitungsausschnitten der Zeitung “Aufbau”. Darunter befindet sich ein Abdruck von Stefan Zweigs Vortrag “In dieser dunklen Stunde” neben Reklame für Friseursalons und Sprachkurse.

Die Gemeinsamkeit der gezeigten Werken ist primär der Exilhintergrund der sechs Künstler, ihre Genres und Ausdrucksformen sind verschieden, eine “Mischung aus Positionen und Entdeckungen”, wie die Direktorin sie nennt. So eine Entdeckung sei die in Wien geborene Grafikerin Lili Rethi, die im Exil unter anderem für das “New York Times Magazine” illustrierte. Bekannter und auch extrovertierter ist die Berlinerin Valeska Gert, die zu den groteskesten Tänzerinnen des Berlins der 20er Jahre gehörte und im Exil in Amerika Bars als Zentren für Künstler eröffnete, die dort mit ihr arbeiteten und auftraten.

Des Weiteren werden Fotografien, Illustrationen und Texte von Lisette Model, Madame d’Ora und Wolfgang Paalen gezeigt. Von Paalens Zeitschrift “DYN” konnten außerdem sechs Exemplare angekauft werden. Die Ausstellung schließt mit dem Wiener Amos Vogel ab, der 1947 den erfolgreichen Filmclub “Cinema 16” gründete. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog und im Oktober gibt es eine Tagung im Rahmen der Ausstellung. “Resonanz von Exil” läuft vom 14. Juli bis zum 28. Oktober 2018.

(S E R V I C E : )

(APA)

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