Murtalbahn mit 45 Kindern entgleist - 17 Verletzte

Entwurzelter Baum verlegte Gleise - Triebwagen stürzte in die Mur.
Entwurzelter Baum verlegte Gleise - Triebwagen stürzte in die Mur. ©APA/Wasserrettung LV Salzburg
Im Salzburger Lungau ist am Freitag um 7.05 Uhr eine Garnitur der Murtalbahn entgleist. Das Triebfahrzeug war mit einem auf den Gleisen liegenden umgestürzten Baum kollidiert und stürzte über den Bahndamm in die daneben fließende Mur.
Murtalbahn entgleist
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Dort kam der Wagen auf der Seite liegend im Wasser zum Stillstand. Die beiden anderen Waggons blieben auf den Schienen stehen. Laut Rotem Kreuz wurden 17 Personen verletzt, neun davon mussten im Spital behandelt werden.

Viele Kinder im Zug

Der Unfall passierte unweit der Landesgrenze zur Steiermark zwischen Predlitz und Kendlbruck in einer leichten Biegung. Der Zug befand sich auf dem Weg von der Steiermark nach Tamsweg. Am letzten Schultag waren zahlreiche Schülerinnen und Schüler am Weg zur Zeugnisverteilung. Wie der Betreiber der Schmalspurbahn, die Steiermärkischen Landesbahnen, am Vormittag mitteilten, dürfte der Baum in der Nacht aufgrund eines Gewittersturms auf den Gleiskörper gestürzt sein. Auf Fotos ist neben den Schienen der Schmalspurbahn ein großer Wurzelstock zu sehen.

Der Zugführer - er selbst blieb bei dem Unfall unverletzt - leitete sofortige Notmaßnahmen ein und half verletzten Fahrgästen, die Garnitur zu verlassen. Die Kinder konnten im Zuge der Befragung durch die Einsatzkräfte alle ihren Sitznachbarn wiederfinden. Vermisste gibt es nach aktuellen Informationen nicht. Wie der Lungauer Bezirksrettungskommandant Anton Schilcher zur APA sagte, befanden sich 54 Schüler im Zug. "Alle konnten rasch gerettet werden."

Großaufgebaut von Rettungskräften

Im Feuerwehrhaus Predlitz wurde eine sogenannte Sanitätshilfsstelle eingerichtet, wo die Verletzten erstversorgt worden sind. Mehrere Schüler wurden in der Folge ins Krankenhaus nach Tamsweg und in das Landeskrankenhaus Murtal, Standort Stolzalpe, gebracht. Eine verletzte Person ist laut Schilcher als Vorsichtsmaßnahme zur Überwachung mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus nach Schwarzach geflogen worden. Von den neun in die Spitäler gebrachten Personen, wurden laut Bahnbetreiber drei schwer und sechs leicht verletzt.

Für die Bergung des Waggons wurde ein Spezialfahrzeug angefordert. Insgesamt standen neben Polizei, Feuerwehr und Wasserrettung alleine für das Rote Kreuz 30 Personen, zehn Rettungswagen, vier Notärzte und zwei Hubschrauber im Einsatz. Die Mur führte laut den Steiermärkischen Landesbahnen zum Unfallzeitpunkt Niedrigwasser. Die Gleise der Murtalbahn wurden zwischen Murau und Tamsweg gesperrt und der Zugverkehr eingestellt. Ein Schienenersatzverkehr ist bereits eingerichtet. Wann der entgleiste Triebwagen geborgen wird, werde derzeit abgeklärt.

Die Murtalbahn ist zuletzt auch in der politischen Diskussion in den Fokus gerückt: Laut "Kleine Zeitung" hatten Äußerungen des steirischen LH Hermann Schützenhöfer (ÖVP) bei einem Besuch im Juni im obersteirischen Bezirk Murau - der an den Lungau grenzt - für Aufregung in der Region gesorgt. Der LH hatte die Überlegung in den Raum gestellt, dass die Murtalbahn auch als Busverkehr geführt werden könnte. Dazu solle es auch Gespräche mit LHStv. und Verkehrsreferent Anton Lang (SPÖ) geben. Die Trasse der Murtalbahn war in den vergangen Jahren bei Unwettern schwer in Mitleidenschaft gezogen worden, eine Zeit lang war der Zugbetrieb eingestellt und von Ersatzbussen übernommen worden.

(APA)

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