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Müller und Kindl holten bei Rodel-WM Silber und Bronze

Jonas Müller in Topform.
Jonas Müller in Topform. ©APA
Die österreichischen Kunstbahnrodler haben bei Rodel-Weltmeisterschaften einmal mehr ihre Erwartungen übertroffen. Nach fünf Stück Edelmetall 2019 hielt die Mannschaft von Sportchef Rene Friedl in Sotschi schon vor dem Schlussbewerb bei drei Medaillen. Am Sonntag eroberten Jonas Müller und Wolfgang Kindl im Herren-Einsitzerbewerb Silber und Bronze. Der Halbzeitführende David Gleischer stürzte.

Vor den Titelkämpfen auf der Olympiabahn von 2014 hatte die ÖRV-Führung die Hoffnungen reduzieren müssen. Denn das heimische Nummer-1-Duo im Doppelsitzer, Thomas Steu und Lorenz Koller war durch einen Beinbruch Steus ausgefallen. Der Vorarlberger und der Tiroler hatten zuletzt zu drei Medaillen (Doppelsitzer, Sprint und Team) beigetragen.

Weiterer Höhepunkt für Müller

Der erst 22-jährige Vorarlberger Müller erlebte nach dem Sprint-WM-Titel im Vorjahr einen weiteren Höhepunkt und erwies sich einmal mehr als Wettkampftyp. Mit Bestzeit im zweiten Lauf im anspruchsvollen Eiskanal raste der Bludenzer vom vierten Rang noch auf das Podest, nur 32 Tausendstel trennten ihn vom russischen Weltmeister Roman Repilow. "Diese Medaille bedeutet mir unheimlich viel, vor allem hier in Sotschi", sagte Müller im ORF-Fernsehen.

Der U23-Weltmeister strich auch die gute Arbeit der Techniker und Betreuer hervor. "Dass wir zu zweit oben stehen, ist ein Beweis, dass wir riesig stark sind. Österreich hat in den letzten Jahren sehr viel richtig gemacht."

"Konnte den Bügel nicht richtig greifen"

Wolfgang Kindl, der Doppel-Weltmeister von Igls 2017, holte trotz Verletzungen seine bereits fünfte WM-Medaille. "Ich konnte den Bügel nicht so richtig angreifen, weil der Finger so weh getan hat", sagte der 31-Jährige, der es nach dem sechsten Zwischenrang noch auf das Podest schaffte. Er ist wegen eines Knochenmarksödems und eines Haarrisses in der Speiche gehandicapt, die Freude war daher umso größer. "Die Medaille war nach meiner Vorgeschichte sehr überraschend", sagte er. Auch angesichts des Rennverlaufs habe er "bis zum Schluss nicht damit gerechnet".

Die Bahn verlange den Athleten alles ab, sagte der Tiroler. "Freud und Leid liegen eng beisammen, David wird sicher wieder zurückkommen", meinte Kindl in Richtung seines durch Sturz ausgeschiedenen Zimmerkollegen. Er überholte im Finale auch den Deutschen Johannes Ludwig (4./+0,226) und den Russen Aleksandr Gorbatcewitsch (6.).

Tragischer Held des Tages

Olympiasieger Gleirscher war der tragische Held des Tages. Nach Bahnrekord (51,466 Sek.) nach dem ersten Lauf vor dem Russen Roman Repilow in Führung, vergab er die Chance auf eine weitere Goldmedaille nach jener in Pyeongchang 2018 und die Krönung der Saison. "Es ist ganz schnell gegangen. Ich war in Kurve zehn zu früh drauf, und plötzlich bin ich auf der Seite gelegen", schilderte der Tiroler, der in dieser Saison seinen ersten Weltcupsieg eingefahren hatte. "Aber es ist lässig, dass wir zwei Medaillen gemacht haben."

(APA)

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