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Mozarts Requiem

Das Konzert der Oratorienvereinigung im Festspielhaus lebte von Kontrasten. Polzer stellte dem intimen Violinkonzert in a-moll von Bach das Requiem Mozarts entgegen.

In den Werken selbst legte er großen Wert auf differenzierte Klangsprache und erzielte damit eine schlüssige Darstellung.

Die 15-jährige Natalia Ladstätter aus Bregenz bot mit ihrer Interpretation des Bach’schen Violinkonzerts mehr als eine Talentprobe. Ist das Werk selbst schon durch seine Orientierung an der von Vivaldi neu geprägten dreiteiligen Form reizvoll, wuchs es zusätzlich durch die schon sehr reife Musikalität der jungen Solistin. Ihr gefühlvolles Nachspüren der Themenlinien, ihr technisches Können, das sich in hier von Bach geforderter raffinierter Bogenführung spiegelt, die Kooperationsqualität mit dem Orchester, waren schon zu bewundern.

Kontrollierte Expressivität

Von allen Spekulationen über die Entstehung des Requiems ist wohl nur die Tatsache von Bedeutung, dass sich Mozart selbst während der Kompositionstätigkeit seines nahen Todes bewusst war. Dieses Aufbegehren dagegen, das Sich-fügen, die Angst vor dem Gericht und die Hoffnung auf Gnade sind die Gegensätze, von denen die Dramatik des Geschehens lebt. Elgar Odo Polzer lotete diese Emotionen genau aus und stellte sie deutlich gegenüber. Von Anfang an hatte er den Chor sicher im Griff, konzentriert folgten die Sänger seinen Intentionen und reagierten präzise. Geschickt nahm er das Tempo aus den Fugen, die dadurch an Transparenz gewannen.

Trotzdem kam die Expressivität nicht zu kurz. Ob der Chor mutig zupackte (dies irae), aufrüttelnde Appelle setzte (rex!), verinnerlicht flehte (salve me), dosiert erschütterte (lacrimosa), immer korrelierten Inhalt und Ausdruck vorbildlich. Konsequent wurden auch genaue Aussprache, Rhythmik – heikle Punktierte und Koloraturen! – und fehlerlose Intonation bis zum Schluss durchgehalten. Homogen gestaltete sich die Kooperation mit den Solisten Elisabeth Polzer (Sopran), Waltraud Winsauer (Alt), Robert L. Demers (Bass), Stephan Rankl (Tenor) und der Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben. Äußerst einfühlend dienten sie dem gelungenen Ganzen.

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