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Motorenlieferant Honda steigt Ende 2021 aus Formel 1 aus

Honda stellt sich neu auf
Honda stellt sich neu auf ©APA (dpa)
Sieben Jahre nach dem Comeback wird sich Honda Ende 2021 wieder aus der Formel 1 verabschieden. Der japanische Konzern wolle sich ganz auf emissionsfreie Technologien konzentrieren, teilte CEO Takahiro Hachigo am Freitag mit, die Formel 1 passe da nicht ins Bild. Red Bull und AlphaTauri müssen sich damit nach einem neuen Motor-Lieferanten umschauen. Doch der Schock in der Branche wirkt tiefer: Werden andere Hersteller folgen - und wann?

Immerhin beteuerte Red-Bull-Teamchef Christian Horner, dass sich für die beiden Rennställe im Besitz des österreichischen Unternehmens unmittelbar nichts ändern werde. "Als Unterzeichner des jüngsten Concorde-Abkommens der Formel 1 bleibt Red Bull Racing dem Sport langfristig verbunden, und wir freuen uns darauf, in eine neue Ära der Innovation, Entwicklung und des Erfolgs einzutreten", erklärte der Brite. Der benannte Grundlagenvertrag läuft bis Ende 2025.

"Obwohl wir enttäuscht sind, unsere Partnerschaft mit Honda nicht fortzusetzen, sind wir enorm stolz auf unseren gemeinsamen Erfolg", sagte Horner. Der Brite zählte fünf Siege und 15 Podiumsplätze für Red Bull und AlphaTauri auf. Honda stieg bei AlphaTauri-Vorgänger Toro Rosso 2018 ein, eine Saison darauf setzte auch Red Bull nach der Trennung von Renault auf japanische Antriebe. Man wolle sich nun die "erforderliche Zeit" nehmen, um einen neuen Hersteller zu finden.

Die Pandemie mit Produktionsstopps und unterbrochenen Lieferketten hat auch die Autoindustrie schwer getroffen. Honda rechnet zum Bilanzstichtag 31. März 2021 mit einem Nettogewinn von 165 Milliarden Yen (1,3 Mrd. Euro) - 63,8 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahr. Die Automobil-Industrie stecke in einem Wandel, der nur einmal in einem Jahrhundert passiere. Die Ressourcen sollen daher in Forschung und Entwicklung von Zukunftsantrieben gesteckt werden. Oberste Priorität: Bis 2050 will Honda klimaneutral sein.

Mit dem angekündigten Abschied der Japaner bleiben in der Formel 1 nach dem derzeitigen Stand ab 2022 Mercedes, Renault und Ferrari als Hersteller übrig. Von allen drei gibt es zwar Bekunden, langfristig in der Formel 1 bleiben zu wollen, doch nur die zum Fiat-Chrysler-Konzern gehörende Marke Ferrari ist aufs Engste mit dem Sport verhaftet. Dass ein neuer Ausrüster trotz Corona-Auswirkungen das sündhaft teure Abenteuer wagt, ist fraglich.

Und auch bei Mercedes und Renault könnte sich die Situation schnell ändern, wenn im jeweiligen Konzern richtungsweisende Entscheidungen getroffen würden. Fakt ist, dass sich die EU unter Kommissionschefin Ursula von der Leyen dem Ziel verschrieben hat, den Kontinent bis 2050 "klimaneutral" zu machen. Für die europäische Automobil-Industrie und den Verbrennungsmotor im Speziellen wird die Luft damit - im wahrsten Sinne - immer dünner.

(APA/dpa)

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