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Einige Opfer nach Amokfahrt in Münster in Lebensgefahr

Tat gibt Rätsel auf
Tat gibt Rätsel auf ©APA (dpa)
Nach der Amokfahrt in Münster mit drei Toten befinden sich einige der mehr als 20 verletzten Opfer weiter in Lebensgefahr.
Kleinbus rast in Straßencafé
Hintergrund für Tat noch unklar

Die Ermittler suchen unterdessen weiter nach dem Motiv und Hintergründen für das Verbrechen. Es gebe keine Hinweise, dass noch weitere Verdächtige an dem Verbrechen beteiligt waren . Man gehe von einem Einzeltäter aus, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag.

Nach der Durchsuchung der vier Wohnungen des Todes-Fahrers gibt es nach Polizeiangaben keine Hinweise auf ein politisches Tatmotiv. “Wir haben seit gestern Nachmittag in der ganzen Nacht die Wohnungen des Täters durchsucht”, sagte der Polizeipräsident von Münster, Hajo Kuhlisch, am Sonntag in Münster. Zwei davon lägen in Ostdeutschland, zwei in Münster.

“Die erste, doch schon etwas intensivere Durchsicht hat keinerlei Hinweise auf einen politischen Hintergrund ergeben”, bemerkte Kuhlisch. Die Ermittler gingen daher davon aus, “dass die Motive und Ursachen in dem Täter selber liegen”. Das sei ein vorläufiger Stand, betonte Kuhlisch. Etwas endgültig auszuschließen dauere länger. Auch die Durchsuchung von Fahrzeugen und eines Containers hätten keine Hinweise auf einen politischen Hintergrund ergeben.

Kleinlaster fährt in Menschenmenge
Kleinlaster fährt in Menschenmenge ©APA

Angebliche Kontakte in rechtsextreme Szene

Unmittelbar nach der Tat hatte es Berichte über angebliche Kontakte des Täters in die rechtsextreme Szene gegeben. Einen islamistischen Hintergrund hatten die Behörden bereits zu diesem Zeitpunkt ausgeschlossen.

Der Mann war der Polizei allerdings bereits wegen kleinerer Delikte bekannt. Es habe drei Verfahren in Münster gegeben und eines in Arnsberg, sagte die Leitende Oberstaatsanwältin von Münster, Elke Adomeit, am Sonntag.

Die Verfahren stammten demnach aus den Jahren 2015 und 2016 und seien alle eingestellt worden. Es ging damals um eine Bedrohung, Sachbeschädigung, eine Verkehrsunfallflucht und Betrug. Man müsse den Sachverhalt der Verfahren noch aufklären. “Aber auf den ersten Blick haben wir hier keine Anhaltspunkte auf eine stärkere kriminelle Intensität, die wir bei dem Täter feststellen konnten”, sagte Adomeit.

Gedenkgottesdienst im Dom von Münster

Für Sonntagabend wurde ein ökumenischer Gedenkgottesdienst im Dom von Münster angekündigt. Dabei soll, wie die Diözese mitteilte, “für all diejenigen gebetet werden, deren Leben durch die Vorfälle am Samstag auf so schreckliche Weise aus den Angeln gehoben wurde”.

Indes löste die AfD-Politikerin Beatrix von Storch Empörung aus. SPD-Vizechef Ralf Stegner bezeichnete die im Kurzbotschaftendienst Twitter verbreiteten Einlassungen von Storchs als “ekelhaft” und “widerlich”. Von Storch hatte unmittelbar nach den ersten Meldungen über die Todesfahrt den Satz “Wir schaffen das” von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Flüchtlingszuzug zitiert und damit nahegelegt, ein Flüchtling sei für die Tat verantwortlich. “Das tragische Unglück von Münster ruft Leute auf den Plan, die das politisch instrumentalisieren und die Angehörigen der Opfer missbrauchen wollen – das ist schändlich”, twitterte Stegner. “Völlig unabhängig von Motiven oder Tätern” seien “Tragödien wie in Münster furchtbar”. “Versuche, das politisch auszuschlachten, sind widerlich”, erklärte der Sozialdemokrat.

Von Storch sorgt auf Twitter für Kritik

Von Storch legte am Sonntagmorgen nach und nannte den Täter von Münster einen “Nachahmer” islamistischer Gewalttäter. “Ein Nachahmer islamischen Terrors schlägt zu – und die Verharmlosungs- und Islam-ist-Vielfaltsapologeten jubilieren.” Dieser Jubel sei “der Beweis, dass alle die geleugnete Gefahr genau sehen – der Islam wird wieder zuschlagen”. Die Frage sei “nicht ob, sondern wann”.

Bei Twitter sorgte die Vizechefin der AfD-Fraktion im Bundestag mit ihren Äußerungen für breite Kritik. “Es gibt Menschen, die sind nicht integrierbar – und Beatrix von Storch gehört mit Sicherheit dazu”, schrieb etwa der Kabarettist Dieter Nuhr in dem Kurzbotschaftendienst.

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland kritisierte “Doppelstandards” bei der Einordnung von Gewalttaten. “Deutsche Täter sind psychisch gestört – muslimische ‘islamistische’ Terroristen?”, fragte sich Zentralratschef Aiman Mazyek am Sonntag auf Twitter. “Mit diesem unsäglichen Doppelstandarddiskurs brauchen wir uns nicht wundern, warum Islamphobie stets weiter steigt.” Damit werde “das Geschäft der Extremisten und Terroristen” betrieben.

(APA/dpa)

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