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Moscheen-Bau: Skepsis gegenüber Minaretten auch in Vorarlberg

©APA
Schwarzach - Vorarlbergs Landeshauptmann Herbert Sausgruber (V) steht dem Bau von Minaretten "mit einer gewissen Skepsis" gegenüber. Ein allgemeines Bauverbot für Moscheen mit Kuppeln oder Minaretten halte er aber für "nicht korrekt und verfassungsrechtlich nicht durchsetzbar".

So äußerte sich Sausgruber in einem Bericht der „Vorarlberger Nachrichten“ (Dienstag-Ausgabe). Gebetsräume anerkannter Religionsgemeinschaften seien grundsätzlich zulässig, allerdings seien die österreichischen Rechtsvorschriften strengstens einzuhalten, so Sausgruber.

Bisher habe es in Vorarlberg noch nie einen Antrag auf den Bau eines Minaretts gegeben. Ein solcher Antrag würde aber „gleich behandelt wie jeder andere Bauantrag auch“, erklärte Bau-Landesrat Manfred Rein (V) gegenüber der Tageszeitung. „Den Bau einfach zu verhindern, gleichzeitig aber eine Kirche zu erlauben, wäre nicht in Ordnung“, betonte der Landesrat.

Der geschäftsführende Landesobmann des BZÖ, Harald Kaufmann, forderte Rein in einer Aussendung am Dienstag auf, „endlich rechtliche Maßnahmen für ein Bauverbot von Minaretten in Vorarlberg und Großmoscheen vorzubereiten“. Durch ein Bauverbot von Gebetstürmen werde nicht in die Religionsfreiheit eingegriffen, sondern nur sichergestellt, „dass unsere traditionelle Baukultur in unserer Heimat erhalten bleibt“, so Kaufmann. Vorarlbergs FPÖ-Obmann Dieter Egger forderte, die Ängste der Bevölkerung diesbezüglich ernst zu nehmen. Gleichzeitig müssten die Österreicher endlich den Mut haben, „zu unserer Kultur und unseren Werten zu stehen“, so Egger gegenüber der Tageszeitung.

Die Vorarlberger SPÖ-Vorsitzende Elke Sader erklärte hingegen, die Kultur sei eher in Gefahr, wenn man Minarette verbiete. „Evangelische Kirchen werden ja auch nicht verboten“, betonte Sader. Sie habe jedenfalls keine Angst, „dass Vorarlberg von Minaretten überschwemmt wird“. Das BZÖ wolle lediglich “Ängste schüren“. Er gehe davon aus, dass die Baugesetze für alle gelten, so Grünen-Sprecher Johannes Rauch. Sollte es ein Ansuchen geben, könne es nicht sein, „dass man versucht, aus ideologischen Gründen ein Bauvorhaben zu verhindern“, so Rauch. Die Ansichten der FPÖ und des BZÖ bezeichnete Rauch als „jenseitig“, es handle sich um die “übliche Angst- und Panikmache“. Er halte es für gefährlich, mit Religion Politik machen zu wollen.


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Diskussion um Minaretten-Bau in Vorarlberg entfacht

Nun meldet sich auch BZÖ Landesobmann Harald Kaufmann in der Diskussion um den Bau von Moscheen und Minaretten zu Wort. Er fordert ÖVP Landesrat Manfred Rein auf, endlich ein Bauverbot von Minaretten in Vorarlberg vorzubereiten. Möglichen Konflikten rund um den Bau von Minaretten solle bereits vorab die Grundlage entzogen werden. Die traditionelle Baukultur solle laut Kaufmann somit erhalten bleiben.

Quelle: Antenne

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