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Mordfall Stefanie P.: Geschworene studierten Tatortbilder

Am 3. Tag im Prozess gegen Philipp K., der in der Nacht auf den 2. Juli 2010 seine Ex-Freundin Stefanie P. erstochen, zerstückelt und in Müllcontainern deponiert haben soll, bekamen die Geschworenen die Mappe zu sehen, die Bilder vom Tatort, einer blutdurchtränkten Matratze und der sterblichen Überreste der Ermordeten enthielt.
Freundin zerstückelt: Prozess gegen Philipp K.
Schwester der Toten sagte aus
Philipp K. beschuldigt Freund

“Wenn Sie sich’s bitte anschauen, auch wenn’s zugegebenermaßen nicht sehr schön zum Anschauen ist”, überreichte ihnen Richterin Sonja Weis die Fotos.

Philipp K. hatte die sterblichen Überreste der 21-Jährigen, die seiner Behauptung zufolge in seiner Wohnung in Wien 13 von fremder Hand zu Tode gebracht und zerteilt worden sein soll, während er schlief, in zwei Müllsäcke gestopft. Was die Reihenfolge der Verbringung der Säcke betrifft, erklärte der Angeklagte am Donnerstag im Straflandesgericht: “Was das erste war, weiß ich nicht mehr genau. Ich glaube, dass ich zuerst Steffis Kopf aus der Wohnung gebracht habe und dann den Körper.”

Leichenteile im Müllraum entsorgt

Ein Zeuge sah den 23-Jährigen am 2. Juli gegen 7.10 Uhr mit einem Müllsack vor der “Billa”-Filiale stehen, die sich nur wenige Meter neben der Wohnung des Angeklagten in der Auhofstraße in Wien-Hietzing befindet. Der Plastiksack habe “eine ungewöhnliche Form” aufgewiesen, der junge Mann einen “äußerst nervösen Eindruck” gemacht, erklärte der Mann im Zeugenstand.

Der Aussage von Philipp K. zufolge befand sich in dem Behältnis der Kopf seiner früheren Freundin, den er schließlich in einen Container im Müllraum 2 seiner Wohnhaus-Anlage warf. Den Torso mit den Beinen versenkte er im Müllraum 1.

Am Nachmittag des 2. Juli telefonierte Philipp K. dann unter anderem mit einem guten Freund aus der Schulzeit. Auf diesen machte der 23-Jährige einen “total lockeren, entspannten Eindruck”, erinnerte sich dieser als Zeuge unter Wahrheitspflicht. Philipp habe ihn gefragt, wie er eine Leiche beseitigen würde, und von sich aus gemeint, eine Entsorgung im Hausmüll wäre wohl am Gescheitesten. Die Antwort des Schulfreundes, der von einer “scherzhaften” Frage ausging: “Das hat schon bei Hitchcock im ‘Fenster zum Hof’ nicht funktioniert.” Er habe daher Verbrennen vorgeschlagen, gab der Schulfreund zu Protokoll.

Philipp K.: Vergewaltigungen auf Donauinsel?

Erörtert wurden auch die Angaben einer jungen Frau, mit der Philipp K. liiert war, als er noch zur Schule ging. Diese hatte betont, er habe sie teilweise mit Gewalt zu Sex gezwungen, darunter auch im Freien auf der Donauinsel. Sie habe sich mit Stefanie P., die von Philipp ähnliches am eigenen Leib erfahren habe, später darüber auch in einem Internet-Forum ausgetauscht.

Damit konfrontiert, wurde der Angeklagte böse: “Ich hab’ die Kleine geschützt gehabt bis zum heutigen Tag.” Doch nun bastle sie sich im Hinblick auf das ihm vorgeworfene Verbrechen “irgendwelche Erinnerungen” zusammen. Folglich müsse er nun schildern, “was wirklich vorgefallen ist”: Er sei dem Mädchen seinerzeit hörig gewesen. “Ich war verrückt nach ihr. Sie hat mich um den Finger gewickelt und mit meinem damals besten Freund betrogen”, stellte Philipp K. fest. Nun ziehe sie ihn “mit Dingen in den Dreck, die alle nicht stimmen”.

(apa)

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