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Mordfall Paulina: Verdächtiger Stiefvater erhängte sich in Zelle

Der verdächtige Stiefvater der getöteten Paulina hat sich Montagfrüh in seiner Zelle erhängt.
Der verdächtige Stiefvater der getöteten Paulina hat sich Montagfrüh in seiner Zelle erhängt. ©APA-Foto/ ANDREAS ZEPPELZAUER
Der Hauptverdächtige im Mordfall Paulina, der 48-jährige Stiefvater des Mädchens, hat sich Montagfrüh in seiner Zelle in der Justizanstalt Wels mit einer Schnur erhängt.
Bilder vom Tatort
Paulinas Heimat
Bilder vom Stiefvater

Er benutzte dafür die Schnur eines Wäschesacks, teilte die Staatsanwaltschaft im Anschluss an eine Tatortbesichtigung der APA mit. Der 19-jährige Sohn des Mannes, der ebenfalls mordverdächtig und in Untersuchungshaft ist, wurde über den Tod informiert und wird von einem Psychologen und einem Sozialarbeiter betreut, so Anstaltsleiter Josef Mock.

Mordfall Paulina: Leiche des Stiefvaters wird obduziert

Es habe keine Anzeichen für eine Selbstmordgefahr gegeben, erklärte der Leiter der Staatsanwaltschaft Wels, Franz Haas. Die Obduktion der Leiche wurde angeordnet, ein erstes Ergebnis soll Mittwoch früh vorliegen. Bis alle Analysen fertig sind, könne es einige Wochen dauern, sagte Haas.

Männer hatten Paulina in Auto gezerrt und getötet

Die beiden Männer sollen Anfang Juli die 14-jährige Paulina in Bad Ischl (Bezirk Gmunden) auf dem Weg zur Schule abgepasst, in ein Auto gezerrt und getötet haben. Dann verscharrten sie den Körper des Mädchens in einem vorbereiteten Erdloch in einem Waldstück in der Ortschaft Radau in St. Wolfgang. Der 48-jährige Stiefvater von Paulina und sein 19-jähriger Sohn legten ein Tatsachengeständnis ab. Sie haben zugegeben, das Mädchen getötet zu haben, aber nicht, warum. Immer wieder wird ein Racheakt an der Mutter, die sich von dem 48-Jährigen kurz zuvor getrennt hatte, als Motiv ins Spiel gebracht.

Stimmen hätten befohlen Paulina zu töten

Der 48-Jährige hatte bei den Einvernahmen angegeben, Stimmen gehört zu haben. Diese hätten ihm befohlen, der Schülerin Böses anzutun. Ein Gutachten des Gerichtspsychiaters Reinhard Haller über die Zurechnungsfähigkeit des Mannes hätte noch im Oktober fertig werden sollen. Der Sohn des Hauptverdächtigen, Paulinas Stiefbruder, hatte laut seinem Anwalt Farid Rifaat zu Protokoll gegeben, sein Vater habe ihm das Messer an den Hals gesetzt und ihn so gezwungen, bei dem Mord zu helfen

Stiefbruder von Paulina wurde zu Tat gezwungen

Der Sohn des Hauptverdächtigen, Paulinas Stiefbruder, gab laut seinem Anwalt Farid Rifaat zu Protokoll, sein Vater habe ihm das Messer an den Hals gesetzt und ihn so gezwungen, bei dem Mord zu helfen. Ob das Mädchen tot gewesen sei, als sie es im Wald verscharrten, oder lediglich bewusstlos, habe er nicht gewusst, soll der Bursch laut “Bild”-Zeitung ausgesagt haben.

Er hat demnach zugegeben, dass er und sein Vater Paulina an der Bushaltestelle abgepasst hätten. Der 48-Jährige habe das Mädchen aufgefordert einzusteigen, es habe sich aber geweigert. “Papa hat ihr dann mit der Taschenlampe eins drübergezogen.” Gemeinsam hätten sie die Schülerin auf die Rückbank befördert. Er sei gefahren, so der Sohn, was hinten im Wagen passiert sei, habe er nicht gesehen, aber “aufgrund der Blutspuren muss sie sich ganz schön gewehrt haben”, vermutete er. Dann seien sie zu dem vorbereiteten Erdloch gefahren, hätten die Schülerin ausgezogen und verscharrt. (APA)

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