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Mordfall Paulina: Prozess gegen Stiefbruder in Wels gestartet

Im Bild: Verteidiger Fahrid Rifaat im LG Wels.
Im Bild: Verteidiger Fahrid Rifaat im LG Wels. ©APA
Der Geschworenenprozess im Mordfall Paulina aus Bad Íschl ist am Dienstag unter großem Medieninteresse im Landesgericht Wels gestartet. Ihr 20-jähriger Stiefbruder musste sich wegen Beihilfe zum Mord verantworten.
Bilder vom Prozess

Er soll die 14-Jährige im Juli 2011 gemeinsam mit seinem Vater getötet haben. Der 48-jährige Hauptverdächtige nahm sich im Oktober in einer Gefängniszelle das Leben. Beide Männer legten danach ein Tatsachengeständnis ab.

Mordfall Paulina: Interesse am Prozess enorm

Das Interesse an dem Prozess war groß. Zahlreiche Kamerateams und Fotografen warteten vor dem Saal. Mit 20 Minuten Verspätung wurde am Dienstag der Verdächtige im hellen Trachtenanzug vorgeführt. Ihm drohen bis zu 20 Jahre Haft. Laut Gutachten gilt der Angeklagte als zurechnungsfähig. Verteidiger Farid Rifaat sagte in einem Interview vor dem Verhandlungssaal, er habe den 20-Jährigen am Vortag in der U-Haft besucht. Der Bursch sei angespannt und nervös, so der Anwalt.

Die rund 90 Sitze in dem Verhandlungssaal waren voll besetzt, sodass einige Interessierte wegen Platzmangels draußen warten mussten. Auch die Mutter des Mordopfers wollte an der Verhandlung teilnehmen. Sie setzte sich zunächst mit weiteren Angehörigen in die zweite Reihe. Die Verhandlung ging ihr aber sichtlich nahe, sie verließ wenig später den Saal wieder.

Stiefbruder von Paulina geständig

Sein Mandant gestehe die Schuld voll ein, sagte Farid Rifaat zu Beginn des Prozesses. Doch “von selbst wäre er nie auf die Idee gekommen”. Er habe seinem Vater zunächst widersprochen, als der ihm die Idee unterbreitete, Rache zu nehmen, weil Paulinas Mutter ihn verlassen hatte. Der Vater habe ihn nach und nach überredet. Aus heutiger Sicht würde der 20-Jährige, der zwei Wochen vor der Tat maturierte, auch anders handeln, so Rifaat, doch er sei seinem Vater hörig gewesen.

Wunsch nach Rache als Tatmotiv

Der 48-Jährige hatte Paulinas Mutter über eine Internetplattform kennengelernt. Sie zog mit ihren vier Kindern von Deutschland nach Bad Ischl, so der Staatsanwalt in seiner Eröffnung. Obwohl die Beziehung nicht stimmig war und es Übergriffe gegeben hat, heirateten die beiden im Mai 2010. Im Jänner 2011 zog die Frau mit ihren Kindern jedoch wieder aus. Das habe den Mann stark gekränkt und in ihm reifte der Wunsch nach Rache.

Als der 48-Jährige seinem Sohn von seiner Tötungsabsicht erzählte, widersprach der Bursche vorerst und bat seinen Vater, er solle sich bei seinen Problemen helfen lassen. Da soll ihm der 48-Jährige ein Messer an den Hals gesetzt haben, sagte der Ankläger.

Paulina am 4. Juli brutal ermordert

In der Nacht auf den 4. Juli hoben die beiden Männer das Erdloch in St. Wolfgang aus, das Paulinas Grab werden sollte. In der Früh passten sie das Mädchen an der Bushaltestelle ab, andere Kinder störten aber dabei, den Plan des Vaters durchzuführen. Am Tag darauf setzte der Mann seinen Plan in die Tat um. Der 48-Jährige versetzte der Schülerin einen Schlag mit einer Taschenlampe und zerrte sie in den Wagen, mit dem sein Sohn nahe der Bushaltestelle wartete. Er befahl ihm, zu dem Erdloch zu fahren, führte der Staatsanwalt aus. Er gab den Geschworenen zu bedenken, dass zwischen der ersten Ankündigung des Vaters und der Tat etliche Tage lagen, in denen der Angeklagte Zeit gehabt hätte zu handeln. (APA)

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