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Morddrohungen gegen die Freundin kosten 3600 Euro

22-Jähriger äußerte Freundin gegenüber mehrmals Morddrohungen.
22-Jähriger äußerte Freundin gegenüber mehrmals Morddrohungen. ©VOL.AT/Symbolbild
Feldkirch - Ein 22-Jähriger ohne Vorstrafen wurde wegen mehrfacher schwerer Nötigung schuldig gesprochen.

Seine Morddrohungen gegen seine damalige Lebensgefährtin kosten den monatlich netto 1600 Euro verdienenden 22-Jährigen 3600 Euro. Wegen schwerer Nötigung in mehreren Fällen und Körperverletzung wurde der unbescholtene Angeklagte am Landesgericht Feldkirch zu einer teilbedingten Geldstrafe von 7200 Euro verurteilt – 360 Tagessätze zu je 20 Euro. Davon soll der junge Mann aus dem Bezirk Feldkirch die Hälfte bezahlen, also 3600 Euro. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Strafrahmen für schwere Nötigung beträgt sechs Monaten bis fünf Jahre Gefängnis. Das Gericht nahm von der Möglichkeit zur Umwandlung der Freiheitsstrafe in eine Geldstrafe Gebrauch. Die Geldstrafe entspricht sechs Monate Haft.

“Ich schwöre, ich bring dich um”

Das Gericht folgte den Angaben des mutmaßlichen Opfers. Demnach hat der Angeklagte etwa einmal zu seiner damaligen Lebensgefährtin gesagt: “Ich schwöre, ich bringe dich um, wenn du das Badezimmer nicht verlässt.” Ein anderes Mal habe er eine Morddrohung geäußert, nur weil das Brot im Ofen nicht warm genug gebacken gewesen sei. “Für diese Einstellung habe ich überhaupt kein Verständnis”, sagte der Richter.

Der Verteidiger meinte, man dürfe in emotionalen Auseinandersetzungen nicht jedes Wort auf die Waagschale legen. Die Todesdrohungen seien nicht als solche gemeint gewesen. Es habe sich aber um keinen einmaligen emotionalen Ausrutscher gehandelt, sondern um mehrere Morddrohungen, erwiderte der Richter.

Den einzelnen Tagessatz bezifferte er bei der Urteilsverkündung irrtümlich mit 200 Euro. Auch bei der Nachfrage durch den Verteidiger blieb der Richter bei diesem Betrag. Damit hätte die teilbedingte Geldstrafe 72.000 Euro ausgemacht. Im Gespräch mit einem Prozessbeobachter nach der Verhandlung wurde dem Richter sein Fehler bewusst. Er ging im Gerichtsgang dem Anwalt nach und stellte klar: Der Tagessatz beträgt 20 Euro.

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