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Hilfeschrei: Neues Benotungssystem sorgt für Verunsicherung bei Lehrern

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Schwarzach - Mit Beginn des neuen Schuljahres gelten in der siebten und achten Schulstufe der Mittelschule neue Gesetze. Das Benotungssystem hat sich verändert - so gibt es anstatt fünf nun sieben Schulnoten, die in vertiefte und grundlegende Kenntnisse unterteilt werden.
Neues Notenschema für die Mittelschule
Hilfeschrei der Lehrer

Das sorgt für Aufregung und Unsicherheit beim Lehrpersonal und führt soweit, dass Lehrer die Eltern auffordern, sich ans Bildungsministerium zu wenden und gegen das neue Bewertungssystem Protest einzulegen.

Aufforderung zum Protest “verantwortungslos”

Dass Lehrer nun Eltern zum Protest auffordern, um das Schulunterrichtsgesetz wieder abändern zu lassen, findet Schulinspektor Christian Kompatscher absolut kontraproduktiv. “Zum einen glaube ich nicht, dass der Nationalrat das beschlossene Schulunterrichtsgesetz ändern wird. Auf der anderen Seite halte ich es für verantwortungslos, die eigene Unsicherheit und in diesem Zusammenhang mangelnde Erfahrung an die Eltern weiter zu geben”, so Kompatscher. Die Lehrer hätten genug Erfahrung, speziell für den Unterricht, aber auch für die Beurteilung. “Mit dem neuen System wird man sich zurecht finden”, ist Kompatscher überzeugt – so gravierend seien die Veränderungen nun auch wieder nicht.

Eltern und Schüler können Kontrolle ausüben

Dass auch Eltern und Schüler nun verunsichert sind, steht außer Frage. Wenn Eltern mit einer Beurteilung nicht einverstanden sind, weil ihnen die Benotung nicht transparent erscheint, dann ist es das Recht der Eltern, beim Lehrer eine Rückmeldung einzuholen, wie die Note zustande gekommen ist. “Das finde ich selbstverständlich. Noten müssen transparent sein und es muss klar sein, wie es zu einer Note kommt”, erklärt Kompatscher. Aber auch Schüler sollen keine Scheu zeigen und nachfragen, wenn sie etwas nicht verstehen oder mit ihrer Beurteilung nicht einverstanden sind.

Lernziele transparent machen

In weniger als zwei Wochen werden bereits die ersten Schularbeiten in den Hauptfächern durchgeführt. Da stellt sich in der aktuellen Diskussion natürlich die Frage, wie es zu einer gerechten Beurteilung kommen soll, wenn ein Teil der Lehrerschaft nicht weiß, wie das neue und gesetzlich vorgeschriebene Bewertungssystem anzuwenden ist. “Zu jeder Schularbeit muss eine Rückmeldung über die erreichten Lernziele folgen”, erklärt Kompatscher. Daraus müsse klar ersichtlich sein, was der jeweilige Schüler kann und wie er das in der Schularbeit nachgewiesen hat. Lernziele müssen außerdem vor den Schularbeiten bekannt gegeben werden.

Eigeninitiative gefordert

“Wenn Lehrer verunsichert sind und Hilfe brauchen, haben wir Personen, die für Mathematik, Deutsch und Englisch zur Verfügung stehen, um Lehrer an den Schulstandorten zu unterstützen”, so Kompatscher weiter. Es liege aber in der Verantwortung der einzelnen Schulen, sich aktiv fachliche Beratung an die Schule zu holen, um an den Themen Schularbeit und Beurteilung zu arbeiten. Hier ist also Eigeninitiative der Lehrer und Schulleiter gefordert.

Lehrer sind und werden ausführlich informiert

Die Informations- und Umstellungszeit war laut Kompatscher tatsächlich kurz. Der Schulinspektor kritisiert, dass die notwendigen Informationen nicht schon im Frühjahr vorlagen. So wäre eine intensivere Vorbereitungszeit für alle Beteiligten möglich gewesen. “Wir haben versucht, die Schulleiter schon am Ende des letzten Schuljahres grundlegend zu informieren. Außerdem waren wir in zahlreichen Schulen und haben nun zusätzlich noch ein umfangreiches Schreiben an die Lehrer gerichtet, wie die Beurteilung zu handhaben ist”, so Kompatscher.

Zudem werden im November Fortbildungen für alle Lehrer angeboten, die sich mit dem Thema Schularbeiten und der damit zusammenhängenden Benotung auseinander setzen wollen. Eine zweite Schiene dient der Elterninformation. Dazu bietet der Landeselternverband Info-Veranstaltungen für interessierte und betroffene Eltern an, um umfassend aufzuklären und um der bestehende Verunsicherung entgegen zu wirken.

Personalvertretung bestätigt Verunsicherung

Auch die Lehrervertretung berichtet von großer Verunsicherung und dem Ärger mancher Lehrer und Schulen. Es sei eine gewisse Unruhe zu spüren, teilweise zeigten sich auch Lehrer vom neu eingeführten Notensystem nicht überzeugt. “Doch es handelt sich hier um ein Bundesgesetz und danach haben sich die Lehrer zu richten”, erklärt Armin Rossbacher von der Lehrer-Personalvertretung. Nun müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit das neue System an den Schulen auch funktioniert und richtig gehandhabt wird. “Die Rückmeldungen der Schulen an uns sind sehr unterschiedlich. Wir nehmen diese auf und leiten sie an die zuständige Schulaufsicht weiter”, meint Rossbacher weiter. Zum Protestaufruf wollte Rossbacher keine Stellung nehmen, zeigte sich aber wenig erfreut über diese Vorgehensweise des Lehrkörpers.

Informationsveranstaltungen für Eltern

  • 06. November 2012, 19.30 Uhr, VMS Nüziders
  • 08. November 2012, 19.30 Uhr, VMS Wolfurt
  • 13. November 2012, 19.30 Uhr, VMS Feldkirch-Gisingen
  • 15. November 2012, 19.30 Uhr, VMS Hohenems-Herrenried

 

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