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Money Service Group Prozess - Niki Lauda belastete Seidl

Lauda fühlt sich betrogen
Lauda fühlt sich betrogen ©APA
Vaduz - Der Prozess gegen den 41-jährigen Gründer der gescheiterten Money Service Group (MSG), Michael Seidl, wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs ist am Mittwoch am Landgericht Liechtenstein in Vaduz fortgesetzt worden.
MSG-Gründer vor Gericht
Vorarlberger vetritt Anleger
MSG nahm Stellung
30 bis 40 Zivilklagen

Als einer der prominentesten Zeugen sagte am Nachmittag Niki Lauda aus, der von MSG als seinem Kapperlsponsor 1,2 Mio. Euro pro Jahr erhalten sollte. Lauda bekam jedoch nur eine erste Zahlung von 400.000 Euro und verlor zudem 500.000 Euro in Seidls Anlageprodukten.

Er sei in seinem ganzen Leben noch nie so betrogen worden, so Lauda vor der Verhandlung. Seidl und er hatten sich auf einen auf vier Jahre angelegten Sponsor-Vertrag geeinigt. Demnach sollte der Ex-Rennfahrer jährlich 1,2 Mio. Euro, zahlbar in drei Raten zu je 400.000 Euro, für das Tragen des blauen MSG-Kapperls erhalten. Seidl bezahlte jedoch nur eine einzige Rate.

Lauda verliert 500.000 Euro

Zudem wollte der Angeklagte, dass Lauda in seine Finanzprodukte investierte. 5 Mio. Euro sollte Lauda in einen Fonds einzahlen. Als Lauda zögerte, wollte der überzeugend und selbstsicher auftretende MSG-Chef 2,6 Mio. Euro. Lauda entschied sich, 500.000 Euro zu investieren und verlor dieses Geld.

Am Mittwochvormittag wurden zudem weitere Zeugen gehört, ein Geschäftsmann und ein Rechtsanwalt, die Seidls Versprechungen von sicheren Anlagen ebenfalls geglaubt hatten. Der ehemalige Skirennläufer Harti Weirather, der rund 4 Mio. Euro über Seidls Fonds verloren haben soll, wird nicht vor Gericht erscheinen. Er sei für den Verhandlungszeitraum verhindert, seine Angaben vor dem Untersuchungsrichter sollen für die Verhandlung ausreichen.

Streit zwischen Weirather und Seidl

Ebenfalls Thema war am Mittwoch neuerlich das tatsächliche Vermögen des Angeklagten, der dieses auf mehrere Mio. Euro bezifferte. So soll es laut Liechtensteiner Volksblatt am Rande des Hahnenkammrennens in Kitzbühel im Jänner 2011 einen Streit zwischen Weirather und Seidl gegeben haben, weil Seidl versprochene Sponsoringgelder nicht überwiesen hatte. Weirather habe vermutet, dass Seidl nicht so wohlhabend war, wie er tat. Als Gegenbeweis legte der MSG-Gründer daraufhin eine Vermögensaufstellung eines Schweizer Notars aus dem Jahr 2006 vor, die vor Gericht bereits mehrfach angezweifelt wurde.

Seidl wird beschuldigt, 44 Anleger um insgesamt 36 Mio. Schweizer Franken (29,7 Mio. Euro) betrogen zu haben. Ein Urteil wird für Freitag erwartet.

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