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Molterer vergrault Schweizer

Bregenz - Kurzfristig um 133 Prozent von 75 auf 175 Euro erhöhen will die Regierung per Neujahr jene Mindesteinkaufsgrenze, für die Nicht-EU-Bürger für Käufe in der EU Mehrwertsteuer-Rückvergütung beantragen können. Mehrwertsteuer-Rückerstattung

„Damit würde unsere jahrelange Aufbauarbeit am Schweizer Kunden zerstört. Verschärfend ist, dass die Schweiz massiv aufrüstet: In den Rheinpark werden 45 Mill. Euro investiert, Ikea St. Gallen bekommt ab März 25.000 m2 Fläche dazu.“ Das erklärte am Dienstag Messepark-Geschäftsführer Burkhard Dünser auf die „VN“-Frage, wie sein Haus als wichtigster Schweizer-Magnet in Vorarlberg von der Änderung betroffen wäre. „Wir schreiben als Messepark 15 Prozent unseres Jahresumsatzes, also rund 20 Mill. Euro, mit Schweizer Gästen. Und für rund 75 Prozent dieser Einkaufssumme lassen sich Schweizer die Mehrwertsteuer rückvergüten“, so Dünser.

Die österreichische „Aktion scharf“, von der sich Finanzminister Molterer insgesamt 11, in Vorarlberg allein etwa 2,1 Mill. Euro an jährlicher Rückerstattungs-Einsparung verspricht, ist umso befremdlicher, als es z. B. für in Deutschland einkaufende Schweizer dort überhaupt keine Mindesteinkaufsgrenze gibt.

Hannes Jochum, Obmann der Werbegemeinschaft der Einkaufsstadt Feldkirch, sieht den Handel in der Montfort-Stadt „je nach Branche zu 10 bis 30 Prozent von der Liechtensteiner und Schweizer Kundschaft leben“. Während Anbieter z. B. von Qualitätsbekleidung oder Schmuck von der Anhebung der Rückerstattungsgrenze weniger betroffen sein dürften, „ist bei Büchern, günstigen Produkten von Textilketten, erst recht bei Lebensmitteln die neue 175-Euro-Grenze mit einem normalen Einkauf nicht mehr zu erreichen“, nannte Jochum einige der vorprogrammierten Verlierer.

Auch Franken im Tief

Messepark-Chef Dünser bestätigte, dass das Schweiz-Geschäft schon ein hoher Euro derart beeinträchtigen kann, dass es „dieser bodenlosen Wiener Frechheit“ nicht mehr bedurft hätte. „Als der Euro bei 1,68 Franken notierte, haben wir das konkret gespürt. Jetzt, mit 1,63, geht es wieder besser. Wichtig ist, dass wir trotz aktueller Euro-Franken-Parität bei Lebensmitteln im Schnitt um 20, bei Textilien etwa um 15 Prozent günstiger als die Ostschweiz sind.“

Herbert Lutz, Geschäftsführer des einem gewaltigen Modernisierungsprogramm unterzogenen „Rheinpark“ St. Margrethen, machte kein Hehl daraus, dass „wir über diese Erhöhung nicht unerfreut sind“. Mit ihrem in die Gegenrichtung gültigen Limit von 400 Franken liege die Schweiz aber immer noch um 100 Franken über unseren künftigen 175 Euro, alles in allem „dürfte die Verschiebung der Einkaufsströme wegen der österreichischen Neuregelung keine gravierende sein“.

Facts zum Thema

  • Derzeit geben in Österreich pro Jahr 1 Million Tagestouristen 120 Mill. Euro für Einkäufe unterhalb von 175 Euro aus. Durch die neue Regelung würden 60 Mill. Euro vor allem nach Deutschland (durch Schweizer, Liechtensteiner) und nach Slowenien abwandern (durch Kroaten, die bisher in der Steiermark einkaufen).
  • Es würden also auch eine halbe Million Tagestouristen weniger nach Österreich kommen.
  • In Vorarlberg sind von der Neuregelung Einkäufe von 54,1 Mill. Euro betroffen, zu über 80 Prozent durch Schweizer, die 87 Prozent aller Rückerstattungen beantragen.
  • Sollte nur ein Viertel dieses Volumens nach Deutschland „ausweichen“, fehlen unseren Handelsbetrieben im Jahr 13,5 Mill. Euro Umsatz und dem Fiskus 1,9 Mill. Euro MWSt.
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