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Modernste Geheimdienstzentrale Europas entsteht mitten in Berlin

©AP
Der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) zieht von Pullach bei München nach Berlin um. Am Mittwoch wurde die Grundsteinlegung für das neue Hauptquartier des Geheimdienstes gefeiert, in dem von 2013 an 4000 Menschen arbeiten sollen.

Die modernste Geheimdienstzentrale Europas entsteht im Stadtbezirk Mitte auf einer zehn Hektar großen Fläche, nur etwa einen Kilometer entfernt vom Regierungsviertel.

“Es ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einem modernen, leistungsstarken und damit zukunftsfähigen Bundesnachrichtendienst”, sagte BND-Chef Ernst Uhrlau bei der Zeremonie. Er wies darauf hin, dass die jüngsten BND-Affären auf der Arbeit des Dienstes lasteten. Die Aufarbeitung dürfe aber nicht dazu führen, “dass wir in Lethargie verfallen”. Der erste Spatenstich für das Gebäude im Zentrum der Hauptstadt war bereits vor eineinhalb Jahren erfolgt. 2012 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein, 2013 sollen mehr als 4.000 Mitarbeiter des Geheimdienstes aus der jetzigen Zentrale im bayerischen Pullach und der Berliner Nebenstelle in das neue Gebäude ziehen, das 720 Millionen Euro kosten soll.

Der Komplex soll aus drei Gebäuden bestehen. Das 30 Meter hohe Hauptgebäude wird acht oder neun Etagen haben, 150 Meter breit und 280 Meter lang sein. Die Fassade soll aus Naturstein und Metall gefertigt werden. In den beiden 20 bis 30 Meter hohen Nebengebäuden werden ein Schul- und Internatsgebäude mit Besucherzentrum und die Technik- und Logistikzentrale unter. Die Bauarbeiten könnten für allerlei Durcheinander im Herzen Berlins sorgen. In Spitzenzeiten sollen täglich 200 Lastwagen die Baustelle über die viel befahrene Chausseestraße passieren. Damit sie nicht zu viel Dreck anrichten, wenn sie von der Baustelle auf die Straße rollen, werden die Räder vorher in einer Reifenwaschanlage gereinigt. Die Straßenbahnhaltestellen sollen zum Teil versetzt werden und Parkplätze wegfallen.

Das Grundstück wurde im 19. Jahrhundert als Exerzierplatz mit Kasernenbauten genutzt. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm die Polizei das Gelände und ließ 1929 zusätzlich ein Sportstadion errichten. Die Kaserne und das Stadion wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. 1950 baute die DDR das Walter-Ulbricht-Stadion, das anlässlich der 10. Weltfestspiele 1973 renoviert und in Stadion der Weltjugend umbenannt wurde. Anfang der 90er Jahre wurde die Sportstätte abgerissen. Seitdem lag die Fläche brach.

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