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Moderne Chorwerke faszinierten

Eva Oltiványi im "Gloria" von Poulenc.
Eva Oltiványi im "Gloria" von Poulenc. ©Edgar Schmidt

Das renommierte Chorseminar Liechtenstein unter der Leitung von William Maxfield im SAL.

Schaan. Das in der Region bestens bekannte Chorseminar Liechtenstein unter der Leitung seines Dirigenten William Maxfield hat es sich zur Aufgabe gemacht, auch immer wieder selten gehörte Werke der Chorliteratur aufzuführen. Im Verein mit dem Sinfonieorchester Liechtenstein erklangen heuer das populäre “Gloria” von Francis Poulenc (1899-1963) sowie die hier noch unbekannte “Misa Tango” des argentinischen Komponisten mit slawischem Namen Luis Enrique Bacalov (geb. 1933). Rein orchestralen “Aufputz” bildeten die Uraufführungen zweier Kompositionen der Liechtensteiner Zeitgenossen Jürg Hanselmann und Matthias Frommelt.

Heiterkeit in der Liturgie

Der Franzose Poulenc ist ein Tonschöpfer, der stets Lebensfreude in seinen Werken verkündet – gerade auch im liturgischen Rahmen. So ist sein populär gewordenes “Gloria” (1961) federnd-tänzerisch bisweilen, aber dennoch auch von der gregorianischen Mystik geprägt. Die Soli sang mit leuchtendem Stimmvolumen die Zürcher Sopranistin Eva Oltiványi, das SOL und der voluminöse Chor unter William Maxfield glänzten durch Homogenität. Das zweite große Chorwerk des Abends war die für unsere Breiten ungewöhnliche “Misa Tango” von Luis Enrique Bacalov. Diese 1997 uraufgeführte Messe ist in spanischer Sprache, die vertonten Messtexte sind für Christen, Juden und Moslems gleichermaßen relevant. Die Gesangssolisten Martina Gmeinder (Mezzosopran) und Günter Haumer (Bariton) sowie Christian Bakanic (Bandoneon) samt präzisem Chor, Orchester und souveränem “Bill” präsentierten das Opus, das von pulsierender Lebensfreude und feuriger Rhythmik (immer wieder Tango-Zitate!), aber auch verinnerlichter Demut erfüllt ist, mit totalem Engagement für dieses ungewöhnliche, moderne Meisterwerk.

Liechtensteiner Komponisten

Neben den Chorwerken gab es auch zwei Uraufführungen, Jürg Hanselmann schuf (in Anlehnung an den neuen Schaaner Saal – SAL) eine Komposition “SALtarello” als tänzerische Konzertouvertüre in sinfonischer Form (mit einem brillanten Tango-Fugato). Matthias Frommelt bringt in seiner zuerst eher sanften, dann aber erregten “Turbulenz” (9 Minuten) seine ganz persönliche Sehnsucht nach Harmonie zum klingenden Ausdruck.

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