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Moatlagruppe statt Ministranten: Keine Gleichberechtigung in Gisingen

Märchen als Ministranten wird man in Gisingen nicht sehen.
Märchen als Ministranten wird man in Gisingen nicht sehen. ©Symbolbild VMH, Screenshot Instagram
Feldkirch. In vielen Pfarren kann man auf weibliche Ministranten kaum mehr verzichten. In der Pfarre St. Sebastian in Gisingen sieht man dies scheinbar anders - mit teilweise interessanten Argumenten.

In vielen Vorarlberger Pfarren sind sie seit Jahrzehnten ein gewohnter Anblick: Mädchen als Ministranten. Aktuell sind laut Tätigkeitsbericht der Katholischen Jugend und Jungschar sind gut 60 Prozent der 3.500 Vorarlberger MinistrantInnen weiblich. Eine Sondersituation gibt es jedoch in Feldkirch Gisingen: Hier sind nur Burschen Ministranten, die Mädchen sind in einer eigenen Gruppe organisiert. Diese ist vom Altardienst ausgeschlossen.

Keine Ministrantinnen in Gisingen

Eine Feldkircherin will dies ändern. Seit April kämpfe Valeria für eine Änderung. “Ich komme aus Gisingen und war früher selbst viel in die Pfarrgemeinde involviert, habe im Mädchenchor mitgesungen et cetera. Und ich habe mich damals schon gewundert, warum es in anderen Gemeinden Ministrantinnen gibt und bei uns nicht”, erklärt sie gegenüber VOL.AT. Seitdem habe es Gespräche mit der Diözese gegeben – und diese Woche auch mit dem Kaplan der Pfarre.

Entspreche nicht der Rolle der Frau

Instagram/valeriannala
Instagram/valeriannala

Auf Instagram teilt sie, welche Antworten des Priesters in dem mehrstündigen Gespräch besonders hängen geblieben sind. So habe er die Regelung mit anderen Situationen verglichen, in denen Männer und Frauen unterschiedlich behandelt werden. Und auch ein Hinweis auf die Genesis gibt es: Die Frau wurde schließlich erschaffen, um die Einsamkeit des Mannes zu überwinden – und dieser seit dem Sündenfall über der Frau geordnet. In dem Gespräch habe er laut Valeria auch angedeutet, dass es durchaus Interessentinnen gebe. Es würde aber das Gemeinwohl der Kirchgängerinnen gefährden und ihnen ein Stück Heimat nehmen, wenn man diese zum Altardienst zuließe.

Entscheidungsfreiheit der Pfarre

Grundsätzlich war der Altardienst über Jahrhunderte Männern vorbehalten. Theoretisch öffnete bereits das Zweite Vatikanische Konzil 1965 den Ministrantendienst als liturgischer Dienst allen Getauften. Seit den 1970ern-Jahre wandelte sich damit das Bild in den meisten westlichen Ländern, blieb jedoch zu einem gewissen Maß ein kirchenrechtlicher Graubereich. Spätestens mit 1994 genehmigt der Heilige Stuhl ausdrücklich Frauen als Ministranten. Kein Priester kann jedoch gezwungen werden, Mädchen und Frauen als Altardiener zu akzeptieren. Die Entscheidung, ob Mädchen zum Altardienst zugelassen sind, trifft schlussendlich der Pfarrgemeinderat, bestehend aus Pfarrgemeindemitgliedern und dem Pfarrer.

Moatlagruppe “sichtbar und präsent”

Pfarrmoderator Peter Willi ist erst seit wenigen Monaten in der Pfarre St. Sebastian tätig, der Kaplan seit einem Jahr. Willi betont den Beitrag der “Moatlagruppe”, die über Fürbitten und andere Beiträge die Messe mitgestalten kann. “Mädchen sind in unserer Pfarre sichtbar und präsent”, betont der Pfarrer. Er könne einzelne Aussagen des Gespräches nicht kommentieren und bittet zu berücksichtigen, dass diese wohl in einem längeren Gespräch kontextbezogen gefallen seien und nicht für sich allein stehend bewertet werden sollten.

Pfarrgemeinderat verteidigt Geschlechtertrennung

Der Pfarrgemeinderat steht hinter der aktuellen Praxis. Man habe sich am 30. Juni ausführlich mit dem Thema beschäftigt und begrüße, dass es neben den 50 Ministranten auch 30 Mädchen in der Moatlegruppe gebe und jeweils auf ihre Weise wertvolle Beiträge im pfarrlichen Leben leisten. “Im Rahmen der verschiedenen Aktivitäten ist sowohl in der Ministrantengruppe als auch bei den Moatla eine Identität gewachsen, die den Kindern viel bedeutet. Das Vermischen beider Gruppen würde vermutlich zu einer Reduzierung in beiden Gruppen führen”, erklärt der Pfarrgemeinderat in einer schriftlichen Stellungnahme.

Praxis wird beibehalten

Der Pfarrgemeinderat erachte es aus pastoralen Gründen derzeit für “unklug, in zwei gut funktionierende Gruppen stark einzugreifen.” Man habe daher einstimmig beschlossen, an den aktuellen Bestimmungen nichts zu ändern. Dies sei so auch bei der Sitzung am 5. September bekräftigt worden und so auch der Diözesanleitung mitgeteilt worden. Außerdem gebe es auch für Jugendliche eine gemischte Gruppe, die sich regelmäßig treffe.

Sonderstellung in Vorarlberg

Mit dieser Einstellung ist die Pfarre St. Sebastian allein auf weiter Flur. Laut der Diözese Feldkirch seien keine weiteren Pfarren bekannt, in denen Mädchen nicht den Ministrantendienst ausüben können. “Grundsätzlich wünscht sich die Diözese Feldkirch den gleichberechtigten Zugang zum Ministrantendienst”, erklärt Diözesansprecherin Susanne Rinner gegenüber VOL.AT. Das letzte Wort hat hier jedoch die Pfarre selbst durch den Pfarrgemeinderat.

 

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