Mängel in jedem vierten Betrieb

Schwarzach - 1600 Lebensmittelunternehmen wurden im Jahr 2008 kontrolliert. Dabei wiesen 25 Prozent der Betriebe lebensmittelrechtlich relevante Verstöße auf. Ein Fleischbetrieb musste wegen schwerwiegender Hygieneprobleme geschlossen werden. Insgesamt wurden 277 Anzeigen neben zahlreichen Vorortverfügungen erstattet.

Jedes Jahr kontrolliert das Institut für Umwelt und Lebensmittelsicherheit Hunderte Lebensmittelbetriebe. So auch 2008. Insgesamt wurden 1600 Unternehmen, darunter waren Gastronomiebetriebe, Fleischbetriebe, Bauernhöfe und viele andere Unternehmen, die tagtäglich mit Lebensmittel in Berührung kommen. „Bei etwa einem Viertel der kontrollierten Betriebe mussten lebensmittelrechtlich relevante Verstöße festgestellt werden“, heißt es im nun veröffentlichten Bericht der Lebensmittelkontrolle. „Dass in einem Viertel der Betriebe Verstöße festgestellt wurden, klingt schlimmer als es ist. Der Prozentsatz von 25 Prozent liegt wie in den vergangenen Jahren auch, im Normalbereich. Verstoß ist aber auch nicht gleich Verstoß. Man muss klar zwischen verschiedenen Delikten differenzieren“, erklärt Bernhard Zainer, Leiter der amtlichen Lebensmittelkontrolle in Bregenz. So zählt beispielsweise ein nicht aufgefüllter Einweg-Papierhandtuch-Spender bereits als Verstoß, auch wenn dieser binnen weniger Minuten behoben ist. Die meisten Beanstandungen der Kontrolleure betrafen Hygienemängel, Nichteinhaltung vorgeschriebener Lagertemperaturen, mangelhafte Lagerordnung, unzureichende Reinigungsmaßnahmen oder die Verwendung von verschmutzten oder unbrauchbaren Gebrauchsgegenständen.

Fleischbetrieb zugesperrt

Schwerwiegende Mängel betreffend die Hygiene sowie unkooperatives Verhalten führten zur Schließung eines Fleischbetriebes. Zusätzlich zu dieser Schließung wurden neben zahlreichen Vorortverfügungen insgesamt 277 Anzeigen erstattet. Bei der Schwerpunktkontrolle von Milcherzeugerbetrieben wurden laut Bericht in vier Fällen aufgrund gravierender Mängel der Milchqualität Milchliefersperren ausgesprochen – die mittlerweile wieder aufgehoben wurden. Erfreulich verliefen die Schlachttier- und Fleischuntersuchungen bei rund 28.800 Schweinen, 8800 Rindern und 9500 Kälbern. So wurden keine nennenswerten Beanstandungen hinsichtlich der Lebensmittelsicherheit festgestellt. „Ein besonderer Untersuchungsschwerpunkt bezog sich auf den im Frühjahr 2008 durchgeführten Streptomycin-Einsatz zur Feuerbrandbekämpfung im Obstbau“, berichtet Zainer. Rund 70 Honig- und Apfelproben sowie acht Trinkwasserproben aus den Anwendungsgebieten wurden auf Streptomycinrückstände untersucht und keine Grenzwertüberschreitungen festgestellt. Insgesamt wurden an rund 2000 Lebensmittelproben 32.000 Einzeluntersuchungen vorgenommen. Sieben Proben davon waren gesundheitsschädlich, 66 Proben wurden als nicht sicher und für den menschlichen Verzehr als ungeeignet beurteilt. Bei 234 Proben bestand der Verdacht der Übertretung verschiedener anderer lebensmittelrechtlicher Vorschriften.

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