München rückt endlich näher

Bregenz - Die A 96 Lindau-München soll nach 40 Jahren Planung und Bau Ende November fertig sein.

Viele Autofahrer wissen es: Wer den Pfändertunnel durchquert und auf der Autobahn weiter in Richtung Norden fährt, muss sich spätestens bei Wangen auf Stau einstellen. Wartezeiten von einer halben Stunde und mehr sind keine Seltenheit – zumindest tagsüber. Grund ist eine rund sieben Kilometer lange Großbaustelle, die von Dürren (nördlich der Anschlussstelle Wangen-Nord) bis nach Gebrazhofen (südlich der Anschlussstelle Leutkirch-Süd) reicht. „Voraussichtlich in der zweiten Novemberhälfte 2009“ soll der Lückenschluss vollzogen sein, heißt es beim Regierungspräsidium Tübingen, das für den württembergischen Teil der A 96 zuständig ist. Ab diesem Zeitpunkt kann die Autobahn auf der gesamten Strecke zwischen Lindau und München durchgehend vierspurig befahren werden. Mit dem Wegfall der letzten Baustelle dürften sich künftig auch die Fahrzeiten deutlich verkürzen. Fachleute gehen davon aus, dass dies zusätzlichen Verkehr anziehen wird. In Lindau befürchten bereits einige, die Inselstadt könnte zum „Vorgarten“ Münchens werden, wenn noch mehr Ausflügler aus der Millionenstadt zum Wochenende an die „Bayerische Riviera“ stürmen.

Zähes Ringen

Die Planungen für die A 96 reichen bis in die Sechzigerjahre zurück. Der entscheidende Schritt zum Bau erfolgte anlässlich der Olympischen Spiele 1972 in München: Zwischen München-Sendling und Oberpfaffenhofen wurde die Bundesstraße B 12 vierspurig ausgebaut. In den Siebzigern folgten weitere Bauabschnitte, darunter auch der sieben Kilometer lange Lindauer Teil, der von der Grenze bei Hörbranz bis Esseratsweiler reichte und im Herbst 1980 noch rechtzeitig vor Eröffnung des Pfändertunnels eingeweiht werden konnte. Andere Teilabschnitte jedoch verzögerten sich immer wieder aufs Neue, sei es in Folge von Klagen und Einsprüchen oder auch nur, weil der Bund gerade kein Geld hatte. Die A 96, die bei Memmingen von Deutschlands längster Autobahn, der A 7, gekreuzt wird, stellt für Vorarlberg und nicht zuletzt auch für die Wirtschaft eine äußerst wichtige Verkehrsverbindung in Richtung Norden dar. Dies gilt nicht nur für die Destination München, sondern auch für Städte wie Ulm oder Stuttgart, die über das Memminger Kreuz schnell zu erreichen sind. Über die Verknüpfung mit der A 7 können auch nahezu alle Ziele in Norddeutschland erreicht werden – bis hinauf nach Flensburg nahe der dänischen Grenze.

Bis zu 90.000 Fahrzeuge

Nach Angaben der Autobahndirektion Südbayern bewegten sich im Jahr 2008 die durchschnittlichen Verkehrsbelastungen auf der A 96 zwischen 30.000 und 90.000 Fahrzeugen pro Tag, abhängig vom Standort der jeweiligen Zählstelle. Und diese Zahlen dürften weiter steigen, zumal nach Beseitigung der Baustelle auch noch jene Autofahrer „zurückkehren“ werden, die in den vergangenen Jahren die Autobahn wegen ständiger Staumeldungen gemieden haben.

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