Mit nachhaltigen Ideen in Richtung Zukunft

Simon Tschann blickt auf ein ereignisreiches erstes Bürermeisterjahr zurück. Mit der finanziellen Finanzreform sowie dem Bekenntis zu MissionZero wurden heuer nachhaltige Entscheidungen getroffen, die die Zukunft der Stadt maßgeblich beeinflussen.

Zahlreiche (Groß-)Projekte stehen in den kommenden Jahren in Bludenz auf der Agenda. Geht es nach Bürgermeister Simon Tschann, sollen diese Schritt für Schritt umgesetzt werden. Den Anfang macht im kommenden Jahr der Baustart der Volksschule Mitte. Die Neugestaltung des Jugendquartiers Unterstein, der Neubau des Gerätehauses in Bings sowie die Neuausrichtung des Stadtmarketings werden die Bezirkshauptstadt zudem beschäftigen, wie der Gemeindechef im Interview verrät.

Nach einem Jahr im Amt. Wie fällt Ihre persönliche Bilanz aus. Was waren die Highlights? Welche Herausforderungen bzw. Rückschläge gab es?

Simon Tschann: Die Aufgabe macht unglaublich viel Spaß. Es ist schön, unterstützt von so einem wirklich tollen Team der städtischen Bediensteten, für seine Heimatstadt arbeiten zu dürfen.  Die Coronakrise zu bewältigen und dabei den notwendigen Blick auf die Finanzen nicht zu verlieren, ist ein ständiger Spagat. Höhepunkte waren für mich der Beschluss zur „MissionZero“, die Wirtschaftsförderung mit der Gutscheinaktion oder auch das erste Rockkonzert nach dem Lockdown im Frühjahr.

Wie steht es um die strukturelle Finanzreform? Wann ist dbzgl. mit ersten konkreten Maßnahmen zu rechnen?

Simon Tschann: Die ersten Maßnahmen sind in Umsetzung und wurden auch schon in die Budgetierung für das Jahr 2022 eingebaut. Einige Dinge sind dabei leichter umzusetzen, andere müssen hingegen mit dem Land verhandelt werden. Da sind wir nicht alleine am Zug.

Wie schreitet das Unterfangen Digitalisierung voran?

Simon Tschann: Sehr gut. Wir haben dafür eine zentrale Stelle im Rathaus geschaffen und ein Projektteam mit jungen in diese Richtung sehr engagierten Mitarbeitern gebildet. Erste Erfolge, wie etwa die Übertragung der Stadtvertretungssitzungen, liegen vor. Nächstes Jahr sind dann auch unsere Bürger am Wort.

Mit der Gutscheinaktion wurde im Vorjahr eine massive Wirtschaftsförderung lanciert. Welche Anstrengungen wurden in diesem Bereich seither unternommen?

Simon Tschann: Wir haben eine Wertschöpfung von über einer Millionen Euro mit dieser Aktion erreicht. Das spricht für sich. Gemeinsam mit der WIGE unterstützen wir die Betriebe, so gut es geht. Gerade für unsere Gastronomen haben wir mit Beets & Beer ein eigenes Veranstaltungsformat entwickelt. Es gilt aber auch weiterhin unseren Handel zu unterstützen. Gerade jetzt vor Weihnachten heißt es regional einkaufen.

Wie herausfordernd ist es in Zeiten von Corona, leer stehende Geschäftsflächen mit neuen Geschäften zu bestücken?

Simon Tschann: Natürlich sind wir bemüht, Leerstände zu vermeiden. Für Betriebsansiedelungen sind die Zeiten aber nicht gerade optimal. Deshalb haben wir reagiert. Wir erarbeiten derzeit eine Neuausrichtung unseres Stadtmarketings. Ich möchte hier als für Wirtschaft zuständiger Politiker noch mehr auf Unternehmens- und Gründerservice setzen.

Gerade die Jugend hat unter Corona teilweise massiv gelitten. Welche Akzente werden seitens der Stadt gesetzt, die Jugend „abzuholen“ und entsprechende Angebote zu schaffen?

Simon Tschann: Das stimmt. Eine erste Reaktion ist, dass wir im kommenden Jahr unsere Schulsozialarbeit ausbauen. Dafür haben wird zusätzlich 70.000 Euro im Budget 2022 eingeplant. Für mich als junger Bürgermeister ist der Zusammenhalt enorm wichtig. Unser Jugendhaus Villa K leistet wirklich ausgezeichnete Arbeit. Gemeinsamt haben wir ein Leader-Projekt zur Neugestaltung des Quartiers Unterstein (spark7-Park, Fußball und Freizeitqualität für die Jugend) gestartet. Das läuft wirklich gut. Im Budget für 2022 ist die Planung der Neugestaltung bereits berücksichtigt.

Mit „MissionZero“ hat sich die Stadt große Ziele in Sachen Klimaneutralität gesetzt. Was ist dbzgl. ihrer Meinung nach besonders wichtig? Wie kann die Stadt mit gutem Beispiel vorangehen? Wie kann die Bevölkerung motiviert werden, diese Maßnahmen mitzutragen?

Simon Tschann: Genau das war das Ziel – Vorbild für uns alle. Sprich unseren eigenen Fuhrpark auf E-Mobilität umstellen. Das kostet uns anfänglich natürlich etwas mehr. Hat aber eine große Wirkung. Zudem werden wir Gebäude auch dementsprechend sanieren und bei Neubauten noch mehr in Richtung Klimaschutz denken.

Auch im Sportzentrum Unterstein besteht Handlungsbedarf. Das Dach der Tennishalle muss erneuert werden und auch die Sparkasse Arena (das Stadion Unterstein) könnte eine Frischzellenkur vertragen? Welchen Beitrag kann die Stadt hier leisten?

Simon Tschann: Wir starten wie erwähnt mit dem Leader-Projekt beim spark7-Park, um dann das ganze Quartier zu betrachten. Da stehen wir vor großen Herausforderungen und gewaltigen Kosten. Alles gleichzeitig ist nicht möglich. Zuerst müssen wir im Bereich Bildung investieren. Wir starten mit den Baumaßnahmen des Zubaus der Volksschule Mitte. Das ist mit rund 20 Millionen Euro Gesamtkosten bisher das größte Hochbauprojekt der Stadt Bludenz.

In der Südtiroler Siedlung gingen die Wogen nach einer Postwurfsendung der Alpenländischen heuer hoch. Wie ist der aktuelle Stand der Dinge?

Simon Tschann: Klar ist: Wir setzen uns für die Bewohner ein. Wir haben mit der Alpenländischen deutliche Gespräche geführt. Inzwischen gibt es ein Projektteam begleitet von einem Kommunikationsbüro. 2022 wird die Alpenländische in Absprache mit den Bewohnern zwei Wohnhäuser ganz genau unter die Lupe nehmen und einen Sanierungsvorschlag erarbeiten. Die Stadt wird bei diesem Projekt aufmerksamer Beobachter sein.

Bei den Feuerwehrhäusern im Stadtgebiet (Bludenz und Bings) besteht Handlungsbedarf. Wie schauen die Pläne aus, adäquate Einsatzzentralen für die freiwilligen Retter zu schaffen?

Simon Tschann: Ich habe vor wenigen Tagen Gespräche mit beiden Feuerwehren geführt. Unsere Sicherheitseinrichtungen, genauso die Rettung, Wasserrettung etc., leisten eine großartige Arbeit. Wir werden im nächsten Jahr zuerst Bings angehen. Mit einem Planungswettbewerb wird das 2022 vorbereitet. 2023 sollte dann gebaut werden. Für Bludenz werden wir uns weiter mit der Feuerwehr um eine Lösung bemühen. Aber auch die neue Drehleiter und ein weiteres Einsatzfahrzeug waren heuer wichtige Investitionen in die Sicherheit.

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