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Mit Foto und Klarnamen: Bild-Zeitung stellt Hassposter an den Pranger

Der "Pranger der Schande". (Bilder und Namen nachträglich unkenntlich gemacht)
Der "Pranger der Schande". (Bilder und Namen nachträglich unkenntlich gemacht) ©Screenshot/@KaiDiekmann
Grüße aus dem Mittelalter: Die deutsche "Bild" stellt in ihrer heutigen Ausgabe Hassposter auf Facebook an den Pranger - mit Foto und Klarnamen. Die Forderung: "Herr Staatsanwalt, übernehmen sie." - Eine Aktion, die selbst das Potential für einen Shitstorm im Netz hat und medienrechtlich alles andere als unbedenklich ist.

Das Boulevardblatt “Bild” startet am Dienstag mit “Hass auf Flüchtlinge – Bild stellt die “Facebook”-Hetzer an den Pranger!” auf der Titelseite eine Kampagne gegen Hetze im Netz. Auf einer Doppelseite in der Printausgabe und auch online prominent platziert, stellt die Zeitung 42 Facebook-Hetzer an den Pranger und veröffentlicht ihre Hasspostings inklusive Foto und Klarnamen.

Hass-Poster am Pranger

Im Artikel stilisiert sich das Blatt zum Rächer: “So viel offener Hass war nie in unserem Land! Und wer Hass sät, wird Gewalt ernten.” Längst hätten die Betroffenen die Grenze überschritten von freier Meinungsäußerung oder Satire, hin zu Aufruf zu schwersten Straftaten bis hin zum Mord. “Es reicht: Wir stellen die Hetzer an den Pranger! Herr Staatsanwalt, übernehmen sie!”

Prominent unterstützt wird die Aktion durch einen nebenstehenden Gastkommentar von Deutschlands Innenminister Thomas de Maizere, in dem es heißt, ein Patriot liebe sein Land und hasse nicht andere. Allerdings ist unklar ob de Maizere eingeweiht war, dass sein Kommentar neben dem “Pranger der Schande” abgedruckt wird.

Selbstjustiz mit mittelalterlichen Methoden?

Problematisch nach jeder Art von Pressekodex ist die Aktion jedenfalls. Zwar dürften die Hass-Postings öffentlich einsehbar sein, allerdings ist ein Kommentar in einem sozialen Netzwerk wohl kaum mit der Veröffentlichung in Deutschlands reichweitenstärkstem Massenblatt zu vergleichen. Des weiteren gibt es keinerlei Anzeichen dafür, woher die Zeitung die Postings hat oder dass man die Betroffenen vorab kontaktiert hätte. Ob die Aktion für “Bild” auch rechtliche Folgen haben wird, bleibt abzuwarten.

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Darauf, dass die Publikation aus dem Springer-Verlag hier “Aufgaben der Justiz” übernehmen würde, beruft sich auch die Kritik in den sozialen Netzwerken. Und auch sarkastische Kritik muss sich das Blatt gefallen lassen. Man habe den größten Hetzer von allen vergessen – nämlich sich selbst. (en)

Ein sarkastischer Tweet zur Pranger-Aktion. Auf dem Bild: Frühere Aufmacher der “Bild”:

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