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Mit einem lachenden und einem weinenden Auge

Mit Helga und Franz Seiss geht im Gütler Bergheim eine Ära zu Ende.
Mit Helga und Franz Seiss geht im Gütler Bergheim eine Ära zu Ende. ©Laurence Feider
Bergheim Gütle

Nach 38 Jahren haben Helga und Franz Seiss die Bewirtung des Bergheim Gütle übergeben.

Dornbirn. Wie oft sie den Weg vom Parkplatz Kobelaple bis zum Bergheim Gütle abgegangen sind, wissen sie nicht. Eigentlich wäre es aber eine leichte Rechnung. Ganze 38 Jahre haben Helga und Franz Seiss das Bergheim Gütle im Firstgebiet bewirtet und sind jedes Wochenende bei jedem Wetter hinaufmarschiert. “52 Mal im Jahr hin- und retour, das macht 104 mal im Jahr, also 3.952 Mal in 38 Jahren. Eigentlich müßte man aber auch noch Allerheiligen dazuzählen”, lacht Franz Seiss. Wenn man dann bedenkt, dass der Vater von Helga Seiss, Gebhard Botesi – eine Legende unter Bergfreunden- die Bewirtung 1945 übernommen hat und Helga ihre halbe Kindheit im Gütler Bergheim verbracht hat, wird die Rechnung langsam kompliziert. Nach 38 Jahren ist aber jetzt endgültig Schluss. Den Wanderern und Schitourengehern die im Bergheim auf einen Einkehrschwung vorbeikommen oder nur von der Kobelalpe auf einen Schwatz hinaufkommen, wird die unaufgeregte Gastfreundschaft und Herzlichkeit von Helga und Franz abgehen. Was sie in Zukunft mit den freien Wochenenden anfangen werden, wissen die Seiss noch nicht. “Vielleicht werden wir mal verreisen, sicher werden wir aber auch in Zukunft oft im Bergheim anzutreffen sein. Für mich ist es meine zweite Heimat”, erzählt Helga Seiss. “Und wenn dann jemand ruft. “Franz, ein Bier!” werde ich vermutlich automatisch aufspringen”, so der Wirt im Ruhestand der sich an den “Seitenwechsel” erst gewöhnen muß.

Dabei konnten mit Heidi und Rudi Riedmann würdige Nachfolger gefunden werden. Das Gütler Bergheim gehört einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts mit 44 Besitzern deren Obmann Manfred Battisti ist und zu denen auch Heidi Riedmann gehört. Überhaupt sind die Besitzverhältnisse an diesem abgelegenen Ort recht kompliziert. Das Gütler Bergheim, das ursprünglich als Schiheim für den Schiverein Gütle errichtet wurde, ist ein Gebäude auf fremdem Grund. Es steht auf dem Boden der Alpe Hasengerach, vor der Kulisse des Firsts, des Leuenkopfes und der Mörzelspitze. Heidi Riedmann garantiert also eine gewisse Kontinuität, auch sie hat als Kind viele Stunden im Bergheim verbracht und wurde dabei gelegentlich von Helga Seiss beaufsichtigt. “Die Entscheidung das Bergheim zu übernehmen ist spontan und aus dem Bauch heraus gefallen. Ich habe dafür nach 16 Jahren meine Stelle gekündigt und möchte den Gästen eine ähnliche Gemütlichkeit bieten wie meine Vorgänger”, so die Neo-Wirtin. Eine Neuerung gibt es allerdings, das Bergheim ist ab sofort schon am Freitag ab Mittag geöffnet. Neben den Tagesgästen freuen sich Heidi und Rudi Riedmann auch auf Übernachtungsgäste die den einfachen Charme eines Matratzenlagers schätzen.

Infos und Reservierungen bei Heidi Riedmann, Tel.: 0664 20 55 404, Email: heidi.riedmann@aon.at

 

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