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Mit dem Bähnle zum Alpabtrieb

"Heb di fescht am Bänkle, heb di fescht am Bänkle." Luggi Dietrichs Finger trippeln flink über die Tasten und Knöpfe seiner Harmonika. Am Samstag wird aufgespielt im Wälderbähnle.

Aufgespielt zum Alpabtrieb.

Pünktlich um 9.30 Uhr erschallt der Pfiff zur Abfahrt. Langsam setzt sich die Diesellok in Bewegung. „Ich hab den Vieh-Zug schon gesehen“, erzählt Luggi Dietrich: „Vorher, als ich hergefahren bin nach Bezau.“ Da bleibt nur zu hoffen, dass die rund 30 Fahrgäste den Abtrieb von der Wurzach-Alp nicht verpassen. „Die Kühe halten sich wohl kaum an den Fahrplan“, weiß Gottfried Winkel vom Bezauer Tourismusbüro, der die Wälderbahnfahrt zum Alpabtrieb heuer zum ersten Mal organisiert. „Es haben immer wieder Leute nach Aktionen zum Abtrieb gefragt – und die Strecke bietet sich ja geradezu an“, erläutert er die Beweggründe.

Holpern inklusive

Einmal in Fahrt gekommen schiebt sich die Lok mit den grünen Waggons im Schlepptau tapfer durch die Landschaft – oftmaliges Holpern inkludiert.

Und schon sind sie zu hören, die Glocken. Gerade rechtzeitig fährt das Bähnle in Reuthe ein – „Besser hätten wir es gar nicht treffen können“, freut sich Winkel. Die Bahn hält, die Fahrgäste packen allerlei Foto- und Videogerät aus. Abdrücken, solange es was zu sehen gibt.

Rund 100 Stück Milch- und „Goldvieh“, wie die Jungtiere im Bregenzerwald genannt werden, lassen sich von den Hirten in Richtung Schwarzenberg treiben. Bereits um sechs Uhr Früh sind sie von der Wurzach-Alpe gestartet, die Hirten und ihre Buben mit buntem Kopfschmuck und langen Stöcken ausgestattet. Das Vieh trabt indes in puristischen „Trauerflor“ gekleidet einher – lediglich Glocken haben die Tiere um die Hälse hängen. Wie es das Brauchtum will, werden die Kühe nur dann reich geschmückt, wenn sie vollzählig ins Tal getrieben werden können. Heuer wurde eine Milchkuh auf der Alp vom Blitz getroffen und starb.

Die restlichen Kühe erzeugen mit ihren riesigen Schellen aber noch immer einen Lärm, der ohrenbetäubend ist. Eine Unterhaltung ist nebenher kaum möglich. Aber derentwegen ist das Ehepaar Fessler aus Kressbronn ja auch nicht hier – ausreichend Unterhaltung wird durch den Viehabtrieb geboten: „Wir haben so was noch nie gesehen! Das ist doch eine wunderbare Gelegenheit, wo wir sowieso für vier Tage in Bezau Urlaub machen“, erzählen sie, den Blick kaum von dem vorbeistampfenden Viehzug wendend. Nicht nur im Wälderbähnle drücken sich die Menschen an den Scheiben die Nasen platt, auch die Straßen sind von Schaulustigen gesäumt.

Endstation fürs Vieh

Weiter geht’s nach Schwarzenberg – den Abtrieb immer zur Rechten. „Klick, Klick“, tönen die Fotoapparate. Dazu Wälder Liedgut aus Luggi Dietrichs Harmonika. Ja, eine Bahnfahrt, die ist lustig.

In Schwarzenberg dann der zweite Stopp, der gleichzeitig die Endstation für das Vieh ist. Noch einmal werden die Kühe bewundert. Noch einmal die Kameras bedient. Dann biegt der Zug um die Kurve. Übrig bleibt der Geruch von Kuhfladen und für Gottfried Winkel die Gewissheit, dass der Tag erst begonnen hat. Zwei Wälderbähnle-Fahrten werden noch zwei weitere Alpabtriebe begleiten. Schließlich müssen heute im ganzen Land noch hunderte Kühe, Rinder und Kälber aus ihrer „Sommerfrische“ in den Alltag im Tal zurückgeleitet werden.

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