Mit Arbeit und Qualifizierungen der Armut entgegenwirken

Dornbirn -  Am Donnerstag präsentierte der Verband der Vorarlberger Arbeitsprojekte in der FH Vorarlberg die Jahresbilanz 2010. Mit 1.390 Gesamtbeschäftigten ist der Verband der Arbeitsprojekte ein bedeutender Arbeitgeber im Land.
Langzeitarbeitslose wieder integrieren
Eingliederung ins Arbeitsleben

Mit den Chancen und Möglichkeiten zu Beschäftigungs- und Ausbildungsverhältnissen zählt er somit zu den Top 10 der wichtigsten Arbeitgeber in Vorarlberg.

Der Verband der Vorarlberger Arbeitsprojekte präsentierte am 10. März 2011 in der FH Vorarlberg die Jahresbilanz für 2010. Im vergangenen Jahr beschäftigten die sieben Arbeitsprojekte 1.390 Personen. Somit zählt der Verband zu den Top 10 der wichtigsten Arbeitgeber Vorarlbergs, was die Chancen und Möglichkeiten zu Beschäftigungs- und Ausbildungsverhältnissen betrifft. Insgesamt können die einzelnen Projekte 289 Vollzeitarbeitsplätze für langzeitarbeitslose Personen zur Verfügung stellen.Laut den aktuellen Zahlen des Arbeitsmarktservice verringerte sich die Zahl der Menschen, die länger als zwölf Monate arbeitslos sind, um 80 Prozent zum Vorjahr.

„Die Arbeitsprojekte leisteten dazu einen wesentlichen Beitrag. Es gilt, dieses Niveau auch weiterhin zu halten. Dazu ist es wichtig, die bestehenden Maßnahmen langzeitarbeitslosen Personen auch in Zukunft zur Verfügung zu stellen. Denn nahezu ein Drittel aller arbeitslosen Menschen sind von Langzeitarbeitslosigkeit und damit von Armut bedroht. Wir erfüllen mit unseren Wiedereingliederungsmaßnahmen eine wichtige Funktion, nicht nur für jede/n Betroffenen, sondern auch für die Gesellschaft und die Wirtschaft“, informiert Jürgen Marcabruni, Sprecher des Verbandes und Geschäftsführer des Vereins zur Förderung von Ausbildung und Beschäftigung im Oberland.

 

Arbeit schaffen statt Arbeitslosigkeit verwalten

„Durch die verkürzte Verweildauer in den Arbeitsprojekten und durch Teilzeitregelungen erhielten 723 langzeitarbeitslose Menschen einen Arbeitsplatz. Über ein Drittel konnten nach der Beschäftigung in den Arbeitsprojekten erfolgreich in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden. Gemäß unserem Leitgedanken ‚Arbeit schaffen statt Arbeitslosigkeit verwalten’ leisten wir einen wichtigen Beitrag, die Folgekosten der Langzeitarbeitslosigkeit zu reduzieren“, erklärt Jürgen Marcabruni. „Die Stärke des Verbandes ist der Armut mit Arbeit, Qualifizierung sowie Aus- und Weiterbildung entgegenzuwirken. Mit rund 20 Millionen Umsatz sorgen wir aber auch für einen volkswirtschaftlich nutzbringenden Faktor in der Vorarlberger Wirtschaft“, ergänzt Stefan Koch, Geschäftsführer der INTEGRAArbeitsinitiative.

 

Flexible Lösungen finden

„Die Arbeitsprojekte gewinnen immer mehr an Bedeutung, denn der Zugang zum Arbeitsmarkt für wenig qualifizierte Arbeitskräfte wird schwieriger. Besonders betroffen sind Jugendliche, Ältere und Menschen mit unterschiedlichsten Benachteiligungen – die Wirtschaft braucht primär Fachkräfte. Es ist für uns daher wichtig, Marktnischen zu finden und abzudecken. So etablierte INTEGRA beispielsweise ein Autowaschservice und bildet auch Lehrlinge aus. Ebenso beschäftigt aqua mühle frastanz derzeit zehn Lehrlinge in vier Bereichen. Außerdem bietet das Arbeitsprojekt Heimhilfe, also Unterstützung für betreuungs- und pflegebedürftige Menschen, an“, verdeutlicht Stefan Koch und betont weiter: „Wir konnten unsere Ziele im Bereich Auslastung und Beschäftigtenzahl übererfüllen.

 

Zuverlässige und regionale Partnerschaften

Bereits seit Jahren kooperieren die Arbeitsprojekte erfolgreich mit Klein- und Mittel- sowie Industriebetrieben. „Unsere Kunden profitieren von einer regionalen Partnerschaft. Denn die Zuverlässigkeit und Qualität der Arbeit sowie die Flexibilität bilden die Grundlage für zahlreiche Aufträge. Um diese Qualität stets bieten zu können – also konkurrenzfähig zu bleiben – benötigen unsere Arbeitskräfte Stabilität. Diese können wir ihnen während den gut sechs Monaten Beschäftigungszeit bieten“, betont Jürgen Marcabruni.

 

Von einfachen Tätigkeiten bis zu qualifizierten Aufgaben

Industrie und Handel, aber auch Privathaushalte,profitieren vom vielfältigen Angebot der Arbeitsprojekte, vor allem durch die regionale Abdeckung von Auftragsspitzen. Die Leistungen reichen von einfachen Tätigkeiten bis hin zu qualifizierten Aufgaben wie Produktion von Paletten, Fertigung und Qualitätskontrolle einzelner Komponenten sowie Tischlerarbeiten, aber auch Dienstleistungen für Handel und Privatpersonen.

 

Über den Verband der Vorarlberger Arbeitsprojekte

Seit 2004 setzt sich der Verband der Vorarlberger Arbeitsprojekte für mehr soziale Sicherheit und gegen Armut ein. Gemeinsam mit dem AMS und dem Land Vorarlberg schaffen die Mitglieder des Verbandes Arbeitsplätze für Menschen, die schon länger von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind. Die Arbeitsprojekte bieten Betroffenen zeitlich befristete Arbeitsplätze, begleitende Sozialarbeit, einen Betriebsarzt sowie Qualifizierungsmaßnahmen und Hilfe bei der Arbeitsplatzsuche.

Ursachen der Probleme, die den Einstieg ins Arbeitsleben erschweren, werden gemeinsam mit einem Betreuungsteam ergründet und daraus entsprechende Maßnahmen gesetzt. Dieses „Rundumpaket“ erleichtert den (Wieder)Einstieg in den Arbeitsmarkt für langzeitarbeitslose Menschen.

 

Interview mit Sprecher Jürgen Marcabruni

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Mit Arbeit und Qualifizierungen der Armut entgegenwirken
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen