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Mit 14 Jahren schon wieder im Gefängnis

Der 14-Jährige wurde zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt.
Der 14-Jährige wurde zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt. ©APA/Symbolbild
Der Drittangeklagte sei sein größtes Sorgenkind, sagte Jugendrichter Richard Gschwenter bei der Urteilsbegründung.

Von Seff Dünser / NEUE

Der Untersuchungshäftling ist erst 14 Jahre alt. Gestern wurde der heuer strafmündig gewordene Syrer bereits zum dritten Mal verurteilt, erneut vor allem wegen unbefugten Gebrauchs von Fahrzeugen und Einbruchsdiebstählen. Über den einschlägig vorbestraften und geständigen Jugendlichen wurde am Mittwoch eine Haftstrafe von sieben Monaten verhängt.

Das Urteil, das der von Henrik Gunz verteidigte Angeklagte annahm, ist nicht rechtskräftig, denn Staatsanwältin Melanie Wörle nahm Bedenkzeit in Anspruch. Ebenfalls zu sieben Monaten Gefängnis wurde der Viertangeklagte verurteilt. Auch dieses Urteil ist nicht rechtskräftig. Der 16-jährige Iraker und der 14-jährige Syrer sind Freunde und Komplizen.

Zuletzt sind die Flüchtlinge am 14. September verurteilt und auf Bewährung aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Bereits am 28. September wurden die Minderjährigen wiederum in U-Haft genommen. Sie haben wiederum Einbruchsdiebstähle in Gebäude und Transportmittel begangen, dieses Mal mit einer Beute im Wert von 700 Euro. Zudem sind sie erneut unerlaubterweise mit fremden Autos gefahren.

Bei beiden Angeklagten sah Richter Gschwenter davon ab, ursprünglich bedingt gewährte Strafreste von jeweils sieben Monaten aus Vorstrafen zu vollziehen. Ansonsten hätten die Jugendlichen nicht mehr von Bewährungshelfern betreut werden dürfen.

Weitere Täter

Er befinde sich bei der Strafbemessung in einer Zwickmühle, sagte der Jugendrichter. Einerseits habe er das jugendliche Alter der Angeklagten und deren Herkunft aus Bürgerkriegsländern zu berücksichtigen, andererseits aber auch die Gesellschaft vor Wiederholungstätern zu schützen. Zwei weitere geständige Syrer wurden gestern wegen ihrer Beteiligung an den Taten bestraft: ein unbescholtener 16-Jähriger zu einer Geldstrafe von 600 Euro, davon 300 Euro unbedingt, ein vorbestrafter 19-Jähriger zu einer bedingten Haftstrafe von vier Monaten und einer unbedingten Geldstrafe von 600 Euro – jeweils nicht rechtskräftig.

Berufswunsch

Der 16-jährige Iraker, den auch das Fahren mit fremden Autos bereits wiederholt ins Gefängnis gebracht hat, sagte, er wolle Automechaniker werden. Richter Gschwenter befürchtete weitere Rückfalltaten und versuchte, dem Viertangeklagten den Berufswunsch auszureden: „Ausgerechnet Automechaniker, lassen Sie das lieber.“

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