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Missbrauch-Pater in Basel angestellt

Bregenz/Basel - In seinem Archiv hat das Schweizer Bistum Basel Teile der Vorgeschichte des Paters gefunden, der unter anderem im Vorarlberger Kloster Mehrerau Minderjährige sexuell missbraucht haben soll. Die Verantwortlichen im Bistum waren demnach informiert über die Missbrauchsvorwürfe aus Deutschland und Österreich - und stellten ihn trotzdem an.
Kriminalamt ermittelt
16 weitere Opfer
Zeitzeuge spricht
Selbstanzeige von Ex-Pater

Der Pater war von 1971 bis 1987 im Bistum Basel tätig. Verantwortlich für das Bistum war zu dieser Zeit Bischof Anton Hänggi, der 1994 verstarb. Als der Pater in ihren Dienst übernommen wurde, “wussten die Verantwortlichen des Bistums Basel offenbar, dass er die vorherigen Einsatzorte wegen unerlaubter sexueller Handlungen hatte verlassen müssen”, teilte das Bistum am Freitag mit. In Absprache mit dem Ordensvorgesetzten “wurde dem Einsatz unter folgenden Auflagen zugestimmt: ärztliche Behandlung und Begleitung durch den zuständigen Pfarrer”.

Der Pfarrer der Gemeinde Schübelbach (Kanton Schwyz), die dem Bistum Chur angehört, war anfangs Woche zurückgetreten, nachdem Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs bekanntgeworden waren. Der Pater soll in Mehrerau bei Bregenz und im deutschen Birnau mehrere Ministranten missbraucht haben. Der Zisterzienser gehört dem Kloster Mehrerau an.

“Obwohl die Bistumsleitung bis zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Kenntnis davon hat, dass der Pater während der 16 Jahre seines Einsatzes im Bistum Basel pädophiler Handlungen schuldig geworden ist, müssen die Umstände seiner Anstellung ab 1978 – trotz einschlägiger Vorgeschichte – aus heutiger Sicht als unvertretbare Fehleinschätzung bezeichnet werden”, schreibt das Bistum Basel weiter.

Das Bistum Basel zeigt sich in seiner Medienmitteilung vom Freitag selbstkritisch: “Bedauerlicherweise passt das Vorgehen ins Gesamtbild der damaligen Zeit, in welcher nicht nur, aber auch in der katholischen Kirche registrierte Täter im Amt bleiben konnten: ein entsprechendes Beziehungsnetz, der Missbrauch von Autorität oder direkte Vertuschung machten es möglich.”

Das Bistum Chur, in dem der beschuldigte Pater zuletzt tätig war, untersucht aktuell rund zehn Verdachtsfälle von sexuellem Missbrauch. Das sagte Bischofsvikar Christoph Casetti am Freitag zur Nachrichtenagentur SDA. Hinweise habe das Bistum von Opfern, Opferangehörigen und von Drittpersonen bekommen. Keiner der Verdachtsfälle betrifft laut Casetti den Pfarrer von Schübelbach. Zwei der Fälle sind aber erst nach dem Bekanntwerden seiner Übergriffe gemeldet worden, die anderen schon vorher. Zum Teil liegen die Vorkommnisse schon Jahrzehnte zurück. In einem Fall sei der Täter bereits verstorben. Das Bistum bitte allfällige weitere Opfer, sich bei den sechs Ansprechpersonen des diözesanen Fachgremiums “Sexuelle Übergriffe in der Seelsorge” zu melden.

Allerdings geht die katholische Kirche in Schweiz nicht aktiv gegen die Täter vor. Sie überlässt es den Opfern, Strafanzeige einzureichen. Der Präsident der Bischofskonferenz, Bischof Norbert Brunner, ließ auf Anfrage durch seinen Informationsbeauftragen ausrichten, er sehe keinen Handlungsbedarf. Im Gegensatz zu früher stünden heute die Opfer im Mittelpunkt, ergänzte der Informationsbeauftragte Walter Müller gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

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