Minimundus am Bodensee: Konkurs!

Bankrott der Klagenfurter Tochter nur ein Jahr nach Eröffnung - Teure Miniaturmodelle wandern in die Konkursmasse. Auffanggesellschaft für deutschen Park geplant.

Man hatte wie am Wörthersee mit Hunderttausenden Besuchern jährlich gerechnet, wovon aber keine Rede war. Für Minimundus Klagenfurt besteht laut Geschäftsführung keine Gefahr, allerdings fallen rund 40 teure Modelle dem Konkurs in Deutschland zum Opfer. Die „Kleine Welt am Bodensee“ hatte seit ihrer Eröffnung im Mai vergangenen Jahres Verluste geschrieben, welche der Haupteigentümer, die Klagenfurter Minimundus GmbH, nicht mehr tragen wollte. Als Hauptursache für die Insolvenz werden neben dem mageren Besucherandrang die Nähe zum Ravensburger Spieleland sowie der lange und niederschlagsreiche Winter genannt, der die Instandhaltung des Areals am Bodensee erschwert habe.

Mit Wehmut sieht man in Klagenfurt das Aus für die deutsche Tochter. Neben dem finanziellen Verlust in Form von Stammkapital fallen 40 Modelle, die in Meckenbeuren ausgestellt wurden, dem Konkurs zum Opfer. Darunter befi ndet sich auch der berühmte „Dresdner Zwinger“ im Wert von rund 600.000 Euro.

Bei „Minimundus II“ handelte es sich um ein Joint Venture von Minimundus Klagenfurt und Separ Rimini, bekannt für den Miniaturpark „Italia in Miniatura“.

In die 40.000 Quadratmeter große Anlage rund 25 Kilometer hinter der Vorarlberger Grenze wurden 14,4 Millionen Euro investiert, gestartet wurde mit 80 Modellen. Ein Großteil davon wurde in der Klagenfurter Werkstätte gebaut. Zu bestaunen gab es unter anderem die Pyramiden von Gizeh, die New Yorker Freiheitsstatue und die sinkende Titanic.

Ursprünglich hätte Minimundus in Hard statt in Meckenbeuren gebaut werden sollen. 63 Prozent der Bevölkerung hatten sich 2002 aber in einer Umfrage gegen das Projekt am Seeufer ausgesprochen.

In der „Kleinen Welt am Wörthersee“ in Klagenfurt sind rund 190 Modelle berühmter Bauwerke sowie von Verkehrsmitteln im Maßstab 1:25 zu bewundern. Jährlich werden an die 300.000 Besucher gezählt. Der Reingewinn kommt der Aktion „Rettet das Kind“ zugute.

Für Diethard Humer, Geschäftsführer der Kleinen Welt am Wörthersee, ist der Verlust der Modelle aber kein großes Problem, da man ohnedies nie daran gedacht habe, sie in den Klagenfurter Park heimzuholen.

Ein Rückkauf aus der Konkursmasse stehe nicht zur Diskussion, da es im Minimundus keinen Platz dafür gebe und andererseits ein Durchstarten des deutschen Parks mit neuen Partnern geplant sei.

Kooperationen mit der Auffanggesellschaft, wie einen temporären Austausch von Modellen, schließt Humer nicht aus, eine finanzielle Hilfe hingegen doch. „Wir werden auf keinen Fall den Standort Klagenfurt gefährden, sind aber offen für gute Ideen, die auch die Attraktivität unseres Parks erhöhen“, erklärte der Geschäftsführer.

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