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Mindestens 42 Tote bei Anschlag

Nach dem Bombenanschlag auf einen Pendlerzug in Südrussland ist die Zahl der Toten auf 42 gestiegen. 151 Verletzte lagen in der Nacht zum Samstag im Krankenhaus.

Bei dem Selbstmordanschlag nahe der Stadt Jessentuki wurden am Freitag insgesamt knapp 200 Menschen verletzt; einige wurden ambulant behandelt. Die USA verurteilten die Tat als Terrorakt.

Ein Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan, sagte, weder nationale, ethnische, religiöse oder politische Gründe rechtfertigten einen solchen Anschlag. „Im Kampf gegen den Terrorismus stehen wir an der Seite des russischen Volks”, erklärte er. Im Namen der US-Regierung sprach er den Familien der Opfer sein Beileid aus und äußerte die Hoffnung auf eine baldige Genesung der Verletzten. „Im Kampf gegen den Terrorismus, stehen wir an der Seite des russischen Volks”, fügte er hinzu. Zuvor hatte bereits der stellvertretende Sprecher des Außenministeriums, Adam Ereli, den Anschlag als einen „durch nichts zu rechtfertigenden Terrorakt” verurteilt.

Auch UNO-Generalsekretär Kofi Annan verurteilte den Anschlag als „heimtückisch”. „Terrorismus kann niemals gerechtfertigt werden”, sagte Annan in einer am Freitag (Ortszeit) in New York veröffentlichten Erklärung. Auch er sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus.

Die Bombe wurde den Ermittlungen zufolge im morgendlichen Berufsverkehr im zweiten Wagen des Zuges gezündet. Von der Wucht wurden zahlreiche Passagiere aus dem Zug geschleudert, andere wurden in dem umgestürzten Waggon unter Metall den Trümmern begraben. Der russische Präsident Wladimir Putin bezeichnete die Bluttat als „Versuch der Destabilisierung vor der Parlamentswahl” am Sonntag.

Wer hinter dem Anschlag steckte, war noch unklar. Der tschetschenische Rebellenführer Aslan Maschadow wies in einer Presseerklärung eine Verantwortung für den Anschlag zurück. „Wir verurteilen jegliche Gewalt, die sich direkt oder indirekt gegen die Zivilbevölkerung richtet”, teilte der im Untergrund lebende Präsident der abtrünnigen Kaukasusrepublik mit.

Der Nationale Sicherheitsdienst FSB sprach von vier Tätern, davon drei Frauen. Vor Ort sei die Leiche eines männlichen Selbstmordattentäters gefunden worden, sagte der Chef des Inlandsgeheimdienstes FSB, Nikolai Patruschew. Unmittelbar vor der Explosion seien zwei Frauen von dem Zug abgesprungen. Eine dritte mutmaßliche Mittäterin sei bei dem Anschlag schwer verletzt worden und werde wohl nicht überleben, hieß es. Am Körper des mutmaßlichen Selbstmordattentäters seien Granaten gefunden worden.

Der Anschlag ereignete sich auf der Strecke zwischen Mineralnje Wodi und der Stadt Jessentuki. Auf derselben Strecke waren im September bei zwei Anschlägen sechs Menschen getötet worden. Zu diesen Anschlägen bekannte sich niemand.

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