Milliarden-Rüstungsgeschäft vereinbart

Der venezolanische Präsident und scharfe US- Kritiker Hugo Chàvez ist am Donnerstag in Moskau mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammengetroffen.

Beide wollten nach Angaben der Nachrichtenagentur Itar-Tass vor allem über eine stärkere Zusammenarbeit im Rüstungsbereich und beim Öl sprechen.

Venezuela will 30 Kampfjets vom Typ Su-30 sowie 30 Hubschrauber in Russland kaufen. Zudem hatte der Linkspopulist Chàvez am Mittwoch beim Besuch einer Kalaschnikow-Fabrik in der zentralrussischen Stadt Ischewsk angekündigt, er plane in seinem Land eine Fabrik zum lizenzierten Nachbau des russischen Sturmgewehrs.

Milliarden-Rüstungsgeschäft vereinbart

Der venezolanische Präsident Hugo Chàvez hat bei einem Besuch in Moskau mit Präsident Wladimir Putin Rüstungsabkommen im Wert von rund drei Milliarden Dollar (knapp 2,4 Milliarden Euro) abgeschlossen. Venezuela will nach den am Donnerstag geschlossenen Vereinbarungen der beiden Staatschefs 24 russische Kampfjets des Typs Suchoi Su-30 erwerben. Geplant ist außerdem die Lieferung von 30 Hubschraubern sowie die Errichtung einer Firma zur Produktion von Kalaschnikow-Schnellfeuerwaffen in Venezuela.

„Ich möchte Präsident Putin für seine Entschlossenheit danken, die Verteidigungsfähigkeit Venezuelas zu verstärken“, sagte Chàvez bei der Ankunft in Moskau am Mittwochabend. Er warf der US-Regierung vor, Venezuela nicht mehr mit Ersatzteilen für die F-16-Kampfjets aus US-Produktion beliefert zu haben. Der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow wies Appelle Washingtons zurück, das Rüstungsgeschäft mit Venezuela abzusagen. Außerdem sollte eine engere Kooperation bei Ölgeschäften besprochen werden.

„Das Imperium der USA ist die größte Bedrohung auf der Welt“, sagte Chàvez bei der Enthüllung einer Büste des südamerikanischen Freiheitskämpfers Simon Bolóvar in einer Moskauer Bibliothek. Bei einem Besuch 2004 hatte er mit der russischen Regierung bereits den Kauf von 100.000 Kalaschnikow-Gewehren und mehreren Hubschraubern ausgehandelt. Nach Informationen der russischen Wirtschaftszeitung „Wedomosti“ sollte nunmehr auch die Lieferung von Raketen des Typs TOR-M1 vereinbart werden.

Chàvez wurde nach Ankündigung der iranischen Regierung am Freitag in Teheran erwartet. Geplant sei ein Treffen mit dem iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad. Chàvez werde außerdem die neue venezolanische Botschaft in Teheran einweihen. Venezuela und der Iran gehören zur Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC), die beiden Präsidenten gehören zu den schärfsten Kritikern von US-Präsident George W. Bush.

Putin befürwortet Sitz Venezuelas im UNO-Sicherheitsrat

Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich für eine Aufnahme Venezuelas in den UNO-Sicherheitsrat ausgesprochen. Die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass zitierte Putin am Donnerstag mit den Worten, er begrüße die Ambitionen des südamerikanischen Landes auf einen zweijährigen nicht-ständigen Sitz in dem Gremium. Vorige Woche hatten schon die südamerikanischen Staaten den Anspruch Venezuelas unterstützt, das bei der Wahl gegen das konservativ regierte mittelamerikanische Guatemala antritt.

Ein führender russischer Regierungsvertreter erklärte zudem, die Positionen der zwei Länder in internationalen Fragen lägen sehr nah beieinander. Putin hatte seinen venezolanischen Kollegen Hugo Chavez zu Gesprächen im Kreml empfangen. Im Mittelpunkt des Treffens standen offenbar Wirtschaftsfragen. „Venezuela ist für uns naturgemäß ein Partner“, sagte Putin zu Beginn. „Ich bin sehr glücklich darüber, dass unsere Firmen an gemeinsamen Lösungen im Energiesektor arbeiten.“ Das Nicht-Opec-Mitglied Russland ist der weltgrößte Gashersteller und der weltweit zweitgrößte Ölexporteur.

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