AA

Messerattacke in Regionalzug - Einweisung in Anstalt beantragt

Betroffener zeigte sich nur mäßig einsichtig.
Betroffener zeigte sich nur mäßig einsichtig. ©VOL.AT/Eckert
Der 61-jährige Mann, der bei einer Messerattacke in einem Regionalzug zwei Menschen schwer verletzte, steht am Mittwoch vor einem Schwurgericht. Staatsanwalt Manfred Bolter erläuterte im Eröffnungsplädoyer, welchen Lebensweg der kranke Mann bisher beschritten hat.
Doppelter Mordversuch, aber kein Angeklagter
Messerattacke in ÖBB-Zug
Täter im LKH Rankweil
Täter soll in Anstalt

Am Landesgericht Feldkirch hat zur Stunde der Prozess gegen den 61-jährigen Deutschen begonnen, welcher im August vergangenen Jahres im Regionalzug zwei wehrlose Menschen mit einem Messer attackierte.

Staatsanwalt Manfred Bolter erläuterte in seinem Eröffnungsplädoyer, welchen Lebensweg der kranke Mann bislang beschritten hat. Der Deutsche absolvierte eine Fachhochschule für Gestaltung, versuchte sich als Werbedesigner. Der Mann scheiterte aber, versuchte sich weiter in der Kunstszene. Aufenthalte in deutschen Krankenhäusern folgten. Paranoide Schizophrenie wurde diagnostiziert.

Verwahrlost und verwirrt

An jenem Morgen hatte der verwahrloste Mann ganze 45 Cent dabei, hatte eine Nacht ohne Essen und Trinken hinter sich. Der Betroffene ist selbst schockiert, dass er auf zwei wehrlose Personen eingestochen hat. Dass er die beiden Opfer töten wollte, bestreitet der Mann allerdings.

Uneinsichtig

In seiner Einvernahme zeigt sich der Betroffene nur mäßig einsichtig. Ihm ist klar, dass durch derart wuchtige Stiche ein Mensch sterben kann, doch er habe niemanden töten wollen, so der Beschuldigte. Es sei ja auch kein “Nazidolch”, sondern “nur” sein Brotmesser gewesen, führt der Mann weiter aus. In einer handschriftlichen Begründung erklärt der psychisch Kranke zur Tat: “Ich wollte ein Zeichen setzen gegen die gegenwärtigen Gewalttaten von Neonazis”. Das Österreich-Logo auf dem Handy eines Zugfahrgastes habe er verwechselt mit dem Reichsadler, außerdem habe er Neonazis im Zug wieder erkannt.

Expertise von Primar Reinhard Haller

Primar Reinhard Haller wird zur psychischen Situation des Mannes etwas sagen. Der gerichtsmedizinische Experte wird zu den Verletzungen Stellung nehmen. Einige Zeugen sind geladen. Der Prozess wurde bis in den späten Nachmittag anberaumt.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Messerattacke in Regionalzug - Einweisung in Anstalt beantragt
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen