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Messer-Täter steht heute vor Richter

Feldkirch - Jener Mann, der Ende August 2008 in einem Überfall auf eine Postfiliale in Feldkirch einen 51-jährigen Mitarbeiter mit einem Messer brutal attackiert haben soll, muss sich heute vor dem Schwurgericht in Feldkirch verantworten.

Der Mann ist wegen versuchten Mordes sowie wegen versuchten schweren Raubes angeklagt. Der Prozessauftakt ist für 8.30 Uhr anberaumt, den Vorsitz der Schwurgerichtsverhandlung führt Richter Wilfried Marte.

Zurechnungsfähig

Der Tathergang: Kurz vor Mittag soll der 35-Jährige den Post-Angestellten gebeten haben, ihm Handys zu zeigen. Als der Post-Mitarbeiter sich dabei umdrehte, stach der 35-Jährige mit einem Klappmesser rund 20 Mal auf den Mann ein. Daraufhin flüchtete er mit einem Mountainbike, wurde aber wenig später gefasst. Das 51-jährige Opfer schwebte in Lebensgefahr und musste notoperiert werden. Wie die „VN” berichteten, bestreitet der Angeklagte jegliche Tötungsabsicht. Ein psychiatrisches Gutachten kam zum Ergebnis, dass er zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig war.

Schadenersatz fraglich

Der 51-jährige Postangestellte, der bei dem Überfall lebensgefährlich verletzt wurde, ist laut Anwalt Klaus Tusch auf dem Weg der Besserung. „Mein Mandant besucht derzeit eine Sprach­therapie und arbeitet daran, wieder selbstständig laufen zu können”, so Tusch. Ob der Verletzte vom Angreifer jemals Schadenersatz erhalten wird, ist fraglich. Tusch wird als Privatbeteiligtenvertreter im Schwurgerichtsverfahren zumindest 30.000 Euro Teilschmerzengeld fordern. Doch selbst wenn diese Summe zugesprochen wird, ist es im Fall einer Haftstrafe unwahrscheinlich, dass das Opfer dieses Geld je zu Gesicht bekommt. 30 Jahre lang ist es zwar berechtigt, Exekution zu führen, in der Praxis verläuft dies allerdings meist im Sand.

Pensionsantrag gestellt

Das Opfer hat jedenfalls einen Pensionsantrag gestellt. „Nachdem ein und dieselbe Postfiliale gleich zweimal überfallen wurde, würde sich mein Mandant nie mehr hinter einen Schalter stellen”, so der Feldkircher Anwalt. Eine Umschulung kommt ebenfalls kaum in Betracht. Ob es seitens des Staates die Möglichkeit gibt über einen Fonds eine Entschädigung zu bekommen, hat Tusch ebenfalls überprüft. „Dies gibt es nur für Kriegsopfer”, so Tusch. Somit sieht es schlecht aus, dass der Niedergestochene jemals Geld für das, was er erleiden musste, erhält. Zum Prozess will der ehemalige Postbedienstete jedenfalls nicht kommen.

 

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