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Messe braucht Innovationen

Dornbirn - Ohne neue Messeprodukte mit regionalem Hintergrund wird es schwierig.
VN-Stammtisch in Bildern I
VN-Stammtisch in Bildern II
Statements der Podiumsteilnehmer

Dornbirn. 1949 schlug mit der ersten „Export- und Mustermesse“ die Geburtsstunde der heutigen Dornbirner Messe. Mehr als 60 Jahre später steht das „Schaufenster der Vorarlberger Wirtschaft“, wie Politiker bei Eröffnungsreden die Messe gerne bezeichnen, am Scheideweg. Neben den beiden Publikumsmessen, die nach wie vor gut besucht sind, wollen Aussteller und Vertreter der heimischen Wirtschaft auf dem Messegelände mehr Fachmessen sehen. Eine Forderung, die gestern Abend beim „VN“-Stammtisch im Foyer des Hauses der Messe nicht zu überhören war. Einig waren sich alle am Podium, dass die Diskussion über die Zukunft der Messe notwendig war, um den Standort Dornbirn weiterhin für das Publikum und die Aussteller attraktiv zu halten. Wie das geschehen sollte, da gab es unterschiedliche Meinungen. Messegeschäftsführer Dietmar Stefani, erst seit wenigen Monaten im Amt, kündigte zwar eine neue Strategie an, wollte aber trotz mehrmaligem Nachfragen von Moderator Christian Ortner nicht konkret sagen, was er genau vorhat. „Wir haben über 30 Ideen in der Schublade. Die braucht es, um tragfähige Konzepte zu entwickeln.“

Regionaler Charakter

Wirtschaftskammerpräsident Manfred Rein warnte vor zu großen Hoffnungen, vor allem was die Internationalität der Messe anbelangt. Er ist überzeugt, dass die Dornbirner Messe ihren regionalen Charakter behalten sollte. Das gelte auch für die „intertech“ als Fachmesse, die, wenn die Industrie des Landes mitmacht, seiner Meinung nach eine glänzende Zukunft haben könnte. Davon ist auch der Unternehmer Erich Lingen­höle, ein Verfechter der Technologiemesse, überzeugt. Er erinnerte an die schweren Anfänge der „intertech“ und betonte, dass es diese Messe ohne das Standvermögen des verstorbenen Messedirektors Roland Falger schon längst nicht mehr geben würde. Sehr unterschiedliche Meinungen gab es zum Thema Frühjahrs- und Herbstmesse. Unternehmensberater Gerd Ulmer bezeichnete die beiden Publikumsmessen als Jahrmarkt und Bauchladen mit einem dilettantischen Konzept. Das wiederum hörte Bürgermeister Wolfgang Rümmele nicht gerne: „Es ist keine Schande, wenn man sagen kann, dass die beiden Messen nach wie vor der größte Treffpunkt im Land sind.“ Und er fügte hinzu, dass schließlich die Aussteller über den Erfolg jeder Messe wesentlich mitentscheiden.

Kritische Aussteller

Zufriedene Aussteller gibt es zwar meist in den Ausstellerbefragungen. Franz Schwab, seit Jahren ein treuer Kunde der Messe, zählt nicht mehr zu ihnen. Er stellt seit einigen Jahren einen Trend nach unten fest, und da sei er nicht der Einzige. Ihn stört vor allem der Mischmasch in den Hallen und er forderte Möbelhallen, wie sie einmal waren.Ausführlich diskutiert wurde auch über die Finanzen. Laut Rein haben Stadt und Land in den letzten Jahren 40 Millionen Euro in die In­frastruktur gesteckt. Kapital, das gut angelegt sei, weil vor allem auch der Sport von den Hallen profitiere. Öffentliche Subventionen für den Messebetrieb gebe es von Seiten der Stadt keine, betonte der Bürgermeister. Das bestätigte auch Geschäftsführer Stefani: „Wir finanzieren uns selber.“ Stadtrat Gebhard Greber ist da anderer Meinung. Er verweist auf „stille Förderungen“ in Form eines niedrigen Zinses für die Nutzung von Grund und Boden, der bekanntlich in städtischem Besitz ist. Auch seien von der Stadt um einige 100.000 Euro Parkplätze gekauft worden, die der Messe gratis zur Verfügung gestellt werden.

Kostenrechnung auf den Tisch

Greber wunderte sich auch darüber, dass es keine genauen Kostenrechnungen über die einzelnen Messeveranstaltungen gebe. Bürgermeister Rümmele verwahrte sich gegen den Vorwurf mangelnder Aufsicht, der in den letzten Wochen auch von politischer Seite erhoben wurde: „Im Aufsichtsrat sitzen keine Träumer.“ Der Schweizer Messeveranstalter und Kenner der Dornbirner Messe, Reinhard Frei, warnte vor einer Politisierung der Messe. Seine Empfehlung für die Zukunft: Die Messe sollte sich noch mehr als bisher auf Vorarlberg und das benachbarte Ausland konzentrieren: „Der Arlberg ist hoch, aber über den Rhein gibt es viele Brücken.“

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