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"Mental Load"-Verteilung: 16 Prozent der Wiener Mütter zufrieden

Nur 16 Prozent der Wienerinnen sind zufrieden mit der Aufgabenverteilung und Planung des Familienlebens.
Nur 16 Prozent der Wienerinnen sind zufrieden mit der Aufgabenverteilung und Planung des Familienlebens. ©CanvaPro/Pexels/Keira Burton (Sujet)
Die Planung rund um die Familie, die sogenannte "Mental Load" liegt weiterhin stark bei den Müttern. In Wien sind nur 16 Prozent der Frauen mit der Verteilung der Aufgaben rund um Haushalt und Familie zufrieden.
"Mental Load" lastet immer noch vor allem auf Müttern

Familientermine koordinieren, Geschenke organisieren oder Mahlzeiten planen: Neben den klassischen Haushaltsaufgaben gibt es unzählige Denkaufgaben, sogenannten „Mental Load“, die auf Österreichs Eltern lasten. Doch wie wird dieser Mental Load verteilt? Am 14. Mai ist Muttertag. Passend dazu präsentiert Vorwerk Österreich gemeinsam mit dem unabhängigen Meinungsforschungsinstitut TQS jüngste Ergebnisse einer aktuellen Umfrage, die deutlich zeigen: Der Alltag liegt in Mamas Hand – leider nicht immer zu ihrem Vorteil. Knapp jede zweite (48 Prozent) Mutter fühlt sich in ihrem Alltag stark belastet. 93 Prozent wünschen sich eine Änderung der Aufgabenverteilung. Betrachtet man Wiens Mütter sieht man einmal mehr: Wien ist anders. Nur 16 Prozent der Wiener Mütter sind zufrieden, aber dafür herrscht in der Hauptstadt am meisten Aussprache zwischen den Partner:innen.

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Nur 16 Prozent der Wiener Mütter mit Aufgabenverteilung zufrieden

Im Österreich-Vergleich beschäftigen sich Wiener Eltern überdurchschnittlich viel mit dem Thema Mental Load bzw. den darunterfallenden Aufgabenaufwand. Knapp zwei Drittel (65 Prozent) der Teilnehmer:innen sprechen offen über die Aufgabenverteilung im Haushalt. Zudem holen sich rund 71 Prozent der Eltern Unterstützung von außen und liegen hiermit ebenso im österreichischen Spitzenfeld. Fragt man Wiener Mütter jedoch, wie zufrieden sie mit der Aufteilung der mentalen Belastung im gemeinsamen Haushalt sind, antworten nur 16 Prozent positiv - satte 63 Prozent sind unzufrieden, beim Rest verhält es sich teils/teils. Hauptgrund der Unzufriedenheit? „Ich übernehme zu viele Aufgaben“ – so 50 Prozent der befragten Mütter. Nicht verwunderlich, dass sich 69 Prozent eine Veränderung wünschen, indem das zweite Elternteil mehr Aufgaben übernehmen soll.

Mama kümmert sich umd ie Familie und Papa hilft mit

Mama kümmert sich um das Familienleben und Papa hilft mit. Klingt nach einem veralteten Rollenbild? Nicht, wenn man sich die Ergebnisse der aktuellen, repräsentativen Studie von Vorwerk Österreich und dem Meinungsforschungsinstitut TQS, bei der 503 Mütter und Väter befragt wurden, ansieht. Denn sie zeigt: Österreichs Mütter übernehmen immer noch einen Großteil des der Denkleistungen in Eigenregie.

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Mental Load-Aufteilung: Alltags-Planung fest in Mutterhand

Nun stellt sich die Frage: Wer organisiert und kümmert sich um den Alltag? Die Studienergebnisse zeigen: Mama ist die Frau für alle Fälle. Egal, ob es um die Begleitung der Kinder bei Gesundheitsterminen (89 Prozent), das Denken an neue Kleidung für die Kinder (89 Prozent), das Organisieren von Geschenken (87 Prozent) oder die finanzielle Verwaltung (62 Prozent) geht: Mütter übernehmen nach eigenen Angaben den Löwinnenanteil in Sachen Mental Load. Väter sehen das etwas anders: Sie nehmen tendenziell wahr, dass ihre Partner:innen zwar mehrheitlich einen höheren Mental Load haben und es demnach ein Gefälle in der Verantwortung gibt, allerdings sind sie der Überzeugung, sie bringen sich in alltägliche To-Dos mehr ein, als ihre Gefährten es vermuten. „Es gibt unzählige Dinge, an die man im Familienalltag täglich denken muss, damit dieser reibungslos funktioniert. Die Abfrage der einzelnen Denkleistungen zeigt, dass vor allem die mentalen Aufgaben rund um Kinder und Kinderbetreuung ganz klassisch von den Frauen bewältigt werden“, kommentiert Philipp Kammerer von Vorwerk Österreich.

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Mütter: Unzufriedenheit, zu wenig Me-Time, starke Alltagsbelastung

Die ungleiche Verteilung des Mental Loads spiegelt sich auch in der Zufriedenheit der Befragten wider: Wenn es etwa um die Aufgabenverteilung geht, dann geben 71 Prozent der Väter an, eher bis sehr zufrieden zu sein – das trifft hingegen nur auf 42 Prozent der Mütter zu. Als Hauptgrund für die Unzufriedenheit nennen Letztere die zu knappe Zeit für sich (65 Prozent). 80 Prozent von ihnen haben maximal eine Stunde am Tag für sich. Satte 93 Prozent der weiblichen Befragten wünschen sich, dass sich die aktuelle Aufgabenverteilung ändert. Der Wunsch ist dabei hauptsächlich, dass der/die Partner:in mehr Aufgaben übernimmt (69 Prozent). Kein Wunder, dass beinahe jede zweite Mama (48 Prozent) ihren Alltag als stark bis sehr stark belastend empfindet. Das wiederum trifft auf weniger als ein Drittel der Väter zu (32 Prozent).

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Mental… was? Denkarbeit noch nicht im Denken verankert

Dass im Haushalt und Familienleben zahlreiche Aufgaben anfallen, ist bekannt, auch, dass Haus- und Care-Arbeit noch weitgehend weiblich sind. Seit einigen Jahren wird die mentale Leistung dahinter anerkannt und unter dem Begriff Mental Load zusammengefasst. Die aktuelle Erhebung zeigt neben den Alltagsaufgaben im Einzelnen auch, dass der übergeordnet Begriff „Mental Load“ noch nicht geläufig ist - es bedarf noch also Aufklärungsarbeit, denn knapp die Hälfte der befragten Familien (48 Prozent) kennen diesen noch gar nicht. Es verwundert daher auch nicht, dass nur 42 Prozent der Mütter und Väter die Belastung, resultierend durch die „Denkleistung im Alltag“ sowie deren gerechte Verteilung offen anspricht. „Es ist ernüchternd, dass 2023 fast die Hälfte der Eltern den Begriff ‚Mental Load‘ noch nicht kennt. Umso wichtiger war es, die konkreten Alltagssituationen bei der Umfrage einzeln abzufragen und dadurch mehr Bewusstsein für die mentale Leistung dahinter zu schaffen“, erklärt Kammerer die Erhebung.

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(Red)

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